Alljährliches Spektakel: Gnu Wanderungen zwischen Kenia und Tansania

“Great Migration” werden die große Gnu Wanderungen zwischen Tansania und Kenia auch genannt. Über eine Million Gnus in Begleitung von Hunderttausenden Zebras und Thomson-Gazellen prägen das weltbekannte, faszinierende Naturschauspiel. Topis und Elenantilopen nehmen ebenfalls an der Karawane der Tiere zwischen der Masai Mara in Kenia und der Serengeti von Tansania teil. Raubtiere wie Löwen, Geparde und Hyänen lauern in der Nähe der Kolonnen auf Beute. Krokodile an den Flussläufen schlagen beim “River Crossing” während der Gnuwanderung zu.

In welchen Gebieten sich die Herden voraussichtlich aufhalten, finden Sie nachstehend. Möchten Sie das atemberaubende Naturspektakel live vor Ort erleben, entdecken Sie bei uns passende Reiseangebote zur “Great Migration”.


Wann sind die großen Gnu Wanderungen zwischen Tansania und Kenia zu erwarten?

Gnu-Wanderungen-zwischen-Tansania-und-KeniaDas ganze Jahr über lassen sich die Herden in ver­schie­de­nen Gebieten des Se­ren­ge­ti-Ma­ra-Öko­sys­tems beobachten. Große Herden von Gnus, die zur Gattung der afrikanischen Antilopen gehören, halten sich von ca. De­zem­ber bis März in der süd­li­chen Se­ren­ge­ti-Savanne und im be­nach­bar­ten Ndu­tu-Ge­biet auf. Dann werden auch ihre Jungen geboren. Mit Eintritt der Haupt­re­gen­zeit im April/Mai bewegt sich die Wan­de­rung langsam durch die westliche Se­ren­ge­ti in nördlicher Rich­tung. In den Monaten Mai und Juni sind die Herden in der West­se­ren­ge­ti (Gru­me­ti, Ikoma) sichtbar und tref­fen im Verlauf des Julis am Ma­ra-Fluss ein. Dieser fließt von Kenia kom­mend durch die nörd­li­che Se­ren­ge­ti. Zwischen Juli und Oktober zieht ein Teil der Herden über die Grenze ins Naturschutzgebiet Masai Mara auf mehr als 1.500 Meter Höhe, das an Tieren reichste Reservat Kenias. Ein anderer Teil verweilt in der Nord­se­ren­ge­ti, die zum Serengeti-Nationalpark im Nachbarstaat Tan­sa­nia gehört. Während dieser Zeit werden der Mara und seine Zuflüsse immer wieder überquert. Der Rückmarsch nach Süden beginnt im Ok­to­ber oder No­vem­ber und bewegt sich durch die zen­tra­le Se­ren­ge­ti einschließlich der im Osten an­gren­zen­den Lo­lion­do- und Ngo­ron­go­ro-Ge­biete.

Sind die Gnus ständig in Bewegung, und wie verläuft die “Great Migration” genau?

Gnu Wanderungen zwischen Tansania und KeniaIn der südlichen Serengeti bleiben die Gnus von etwa Mitte Dezember bis Mitte März und sammeln sich in riesigen Herden. Beeindruckende Gnu-Herden halten sich ebenfalls von Juli bis Oktober in der nördlichen Serengeti und der Masai Mara auf. Währenddessen kommt es zu keiner spektakulären Gnuwanderung, sondern die Tiere ziehen langsam von einem Weidegrund zum nächsten. Aber auf dem “langen Mar­sch” von Norden nach Süden Ende Ok­to­ber bis Anfang De­zem­ber und vom Süden in den Norden Ende März bis Juli sehen Sie Gnus in langen Trecks auf der Wanderschaft. Manchmal können Sie die endlosen Kolonnen bei Gnuwanderungen mehrere Minuten lang beobachten. Einzelne Tiere lassen sich dabei aber weniger gut erkennen als wenn sich gerade die gewaltigen Herden bilden. Das beste Erlebnis genießen Sie also dort, wo sich die Gnus und ihre Begleiter für ihren Aufbruch sammeln.

Was gibt es in Abwesenheit der Gnus zu sehen?

Wenn Sie au­ßer­halb der Gnu-Sai­son in die Masai Mara oder Se­ren­ge­ti reisen, bestehen trotzdem gute Chan­cen für Tier­be­ob­ach­tun­gen. Denn nur die Gnus und Gruppen von Zebras und Ga­zel­len beteiligen sich an der “Great Migration”. Andere Tiere wie Elefanten, Gi­raf­fen, An­ti­lo­pen, Groß­kat­zen sowie einige Gnus blei­ben in ihren Revieren.

Welches ist die beste Zeit, um Tiere unabhängig von den Gnu Wanderungen zwischen Tansania und Kenia zu beobachten?

In der Regenzeit und kurz danach finden die Tiere leichter Deckung aufgrund des höheren Grases und der dichteren Vegetation. Wäh­rend der Haupt­re­gen­zeit im April und Mai und der klei­nen Re­gen­zeit im No­vem­ber bis Anfang De­zem­ber ist es schwieriger, das Wild zu beobachten. Doch in der kleinen Regenzeit fallen die Schauer üblicherweise schwächer aus, sodass dann noch recht gute Möglichkeiten für Tierbeobachtungen bestehen. Die trockenen Monate von Januar bis Mitte März und von Mitte Juni bis Mitte Oktober gelten als empfehlenswerte Reisezeiten.

Wann und in welchem Gebiet kommen die Jungtiere auf die Welt?

Im Fe­bru­ar wird der Nachwuchs der Gnus geboren. Dann halten sich die Herden im südlichen Teil der Serengeti auf. Dort gibt es Böden mit vulkanischem Ursprung, auf denen besonders nahrhaftes Gras wächst.

Folgen Raubkatzen den wandernden Gnus?

Das ist nur selten der Fall. Löwen oder Leo­par­den verhalten sich normalerweise sehr ortstreu und sind auf die Verteidigung ihres Reviers bedacht. Vereinzelt folgen junge Raubkatzen, die noch ohne eigenes Revier sind, den Herden für eine Weile.

River Crossings lassen sich wann und wo beobachten?

Der Grumeti River in der Westserengeti wird im Mai und Juni von Gnu-Herden über­que­rt. Dort liegen Krokodile im Wasser auf der Lauer, und an den Flussufern warten die Raubkatzen. Weitere River Crossings erfolgen zwi­schen Juli und Ok­to­ber am Ma­ra-Fluss in der Nord­se­ren­ge­ti (Tan­sa­nia) und der kenianischen Masai Mara. Auch die Mara-Zu­flüs­se Talek und Sand River werden von ein­zel­nen Herden Zeit mehr­fach in beiden Richtungen überquert. Es hängt jeweils davon ab, auf welcher Seite die besseren Weidegründe zu finden sind. Einiges Glück gehört dazu, Zeuge von River Crossings zu werden. Es kommt vor, dass sich Tausende Tiere an einem Flussufer sammeln und mehrere Tage warten, ehe sie sich an die gefährliche Überquerung wagen.

Wo sind am häufigsten Safarifahrzeuge bei den Gnu Wanderungen zwischen Tansania und Kenia zu erwarten?

In Kenias vergleichsweise kleiner Masai Mara ist das Angebot an Lodges am größten. Folglich sind dort auch die meisten Safariautos unterwegs. Tansanias weitaus größerer Se­ren­ge­ti-Na­tio­nal­park ist un­ter­schied­lich gut zugänglich. Die meisten Besucher zählt die tier­rei­che Se­ro­ne­ra-Re­gi­on. Sie liegt in der zen­tra­len Se­ren­ge­ti und verfügt über diverse Lodges. Auch die größte Zahl von Kleingruppenreisen über Land sind in diesem Gebiet anzutreffen.

Wie gehen Reisende den Touristenströmen aus dem Wege?

Sogenannte Conservancies umgeben die Masai Mara in Kenia. In diesen wildreichen Schutzgebieten sind die Menge der Unterkünfte und das Besucheraufkommen begrenzt. Es stehen einige, meistens kleine und exklusive Camps zur Verfügung. Ausschließlich deren Gäste dürfen sich innerhalb einer Conservancy auf Pirschfahrt begeben.
Einsamere Gebiete finden Sie In Tan­sa­ni­as Se­ren­ge­ti vor. Je länger und aufwendiger die Anfahrt ausfällt, desto weniger Besucher treffen Sie an. Es empfehlen sich Unterkünfte im tiefen Süden (Kusini), im Westen (Gru­me­ti) und im weiter ent­le­ge­nen Norden in Richtung Victoriasee nahe den Flüssen Mara und Bo­lo­gon­ja (Ko­ga­ten­de, Lamai, Wo­ga­ku­ria). In der Nord­se­ren­ge­ti existieren bisher nur einige wenige permanente Luxus-Lodges und einige saisonale Camps, die überwiegend mit dem Kleinflugzeug erreicht werden.

Dürfen Besucher die Grenze zwischen Serengeti und Masai Mara passieren?

Der Serengeti-Grenz­pos­ten zwi­schen Kenia und Tan­sa­nia ist für ausländische Touristen gesperrt. Sie sind auf den langen und ziemlich beschwerlichen Weg angewiesen, der über den weiter westlichen Grenzübergang Sirari führt. Nur so gelangen Sie von der Serengeti in die Masai Mara. Eine Kombination aus Flügen und Transfers über Straßen hat die Airline Coastal im Angebot. Von der Masai Mara fliegen Sie nach Migori. Von dort geht es über Sirari nach Musoma oder Tarime (Tansania), von wo aus wieder Flüge in die Serengeti starten. Diesen Weg nehmen Sie auch, wenn Sie in entgegengesetzter Richtung aus der Serengeti in die Masai Mara reisen. Einfachere Möglichkeiten, um Kenia und Tansania als Reiseländer miteinander zu verbinden, bieten Flüge auf der Linie Nairobi -Arusha oder Nairobi-Kilimanjaro. Außerdem gibt es eine Straßenverbindung zwischen Nairobi und Arusha mit dem Grenzübergang Namanga.


 

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