Erleben Sie die Bergwelt von La Réunion: Von den Talkesseln bis zum Piton des Neiges

Keine Wünsche bleiben offen

Die französische Insel bietet alles, was sich Urlauber von einer Trauminsel erhoffen: traumhafte Strände, unberührte Natur, wunderschöne Wanderwege und die Gastfreundschaft der Einheimischen. Die Wanderwege verlaufen quer über die Insel und weisen abwechslungsreiche Schwierigkeitsgrade auf. Ob Abenteurer, Familien oder Erholungssuchende – für jeden Reisewunsch ist der passende Schwierigkeitsgrad zu finden. Begeben Sie sich auf eine Reise in die Bergwelt der Insel und entdecken Sie auf jeder Wanderung neue Einblicke in die Schönheit der Natur. Auf ausgewählten Stellen erlangen Sie einen beeindruckenden Rundumblick und betrachten die Insel aus einer vollkommen neuen Perspektive.

Ein gut ausgebautes Netz an Wanderwegen

Die Insel weist eine Fläche von etwa 2.500 Quadratkilometern auf. Trotz dieser verhältnismäßig kleinen Fläche existieren über 900 Kilometer markierter Wanderstrecken. Sie wandern durch die Savanne, dichte Tropenwälder oder vorbei an den Mondlandschaften des Vulkans. Die abwechslungsreichen Eindrücke verbleiben Ihnen noch lange im Gedächtnis – selbstverständlich sind Fotos und Videoaufnahmen die perfekte Urlaubserinnerung. Im Westen der Insel entdecken Sie Zuckerrohrfelder, an der Küste entspannen Sie an einem der Sandstrände. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade ermöglichen das Wandern mit der Familie ebenso wie mehrtätige, sportliche Touren.

Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt

Wandern ist für Groß und Klein faszinierend. Die Vielfalt der Insel La Réunion bietet für alle Urlauber die passenden Wanderwege: Ob Familienausflügler, die Abwechslung zum Tag am Strand suchen, oder sportbegeisterte Wandergruppen – das Spektrum ist umfangreich. Ein unvergessliches Erlebnis sind Nachtwanderungen, sie bieten Einblicke in die Tierwelt bei Dunkelheit. Wer beim Wandern den Blick auf das Meer nicht missen möchte, für den ist eine Strandwanderung eine gute Wahl. Die klassische Bergwanderung fasziniert durch die enormen Höhenunterschiede. Sie erlangen an ausgewiesenen Stellen einen imposanten Überblick über die Insel und thronen hoch oben in der Bergwelt. Auf eines können Sie sich verlassen: Die Gastfreundschaft der Inselbewohner ist groß. Um Sie kulinarisch zu begeistern, wurden zahlreiche Berghütten mit einer gastronomischen Vielfalt eingerichtet. Oftmals sind Gästezimmer in der Einkehr integriert, sodass Sie auf mehrtätigen Wanderungen Unterschlupf finden. Wellness, Tradition, Geselligkeit und Gastronomie – hier lässt es sich gut leben

Der Piton de la Fournaise – die “Spitze des Backofens”

Eine der zahlreichen wunderschönen Wanderwege führt zum Piton de la Fournaise. Der majestätische Vulkan gehört zu den Hauptattraktionen der Insel La Réunion. Jahr für Jahr entdecken etwa 400.000 Besucher seine Schönheit und wagen den Aufstieg. Jeder Reisende wählt sein eigenes Tempo, im Durchschnitt benötigen Sie zwei Stunden für den Weg. Die Pfade sind markiert, sodass die Reise ohne Begleitung möglich ist. Entscheiden Sie sich für eine geführte Tour, dann lauschen Sie auf dem Weg interessanten Geschichten über die Bergwelt, den Vulkan und die Insel. Ihr Reiseführer bringt Ihnen die Flora und Fauna näher und zeigt Ihnen die schönsten Stellen der Insel. Auf dem Entdeckungsrundweg lernen Sie die Entstehungsgeschichte der Vulkaninsel kennen. Zunächst durchqueren Sie den Tropenwald, als nächstes gelangen Sie zur Plaine des Sables mit ihrer mondartigen Landschaft. Nachdem Sie die Krater passiert haben, beginnen Sie den Aufstieg zum etwa 2.663 Meter hoch gelegenen Gipfel. Die Einheimischen nennen den Piton de la Fournaise den “Le Volcan”. Der offizielle Name Piton de la Fournaise bedeutet übersetzt “Spitze des Backofens”. Flächenmäßig bedeckt der Vulkan rund 30 Prozent der Insel Réunion. Die mondlandschaftsähnliche Enclos Fourqué besteht aus dem inneren Einsturzkegel inklusive des Vulkankegels. Die äußere Caldera ist die Rempart. Sie erstreckt sich über eine Strecke von 9 Kilometer in nord-südlicher Richtung und 13 Kilometer in ost-westlicher Richtung. Die Hufeisenform öffnet sich nach Osten. Wissenschaftler datieren die Entstehungszeit der inneren Caldera auf etwa 3.000 v. Chr. Ein etwa 200 Meter hohe äußere Kraterrand trennt die Enclos Fourqué deutlich vom Umfeld ab. Dieser Bereich ist nahezu vollkommen vegetationsfrei, wodurch er sich von der ansonsten üppigen Vegetation der Insel La Réunion unterscheidet. Der Hauptkrater besteht aus dem kleineren Bory und dem aktiven Dolomieu.

Der Weg auf den Piton de la Fournaise

Bei einem Ausflug auf den Piton de la Fournaise gewinnen Sie einen imposanten Eindruck von der Kraft und der Schönheit des Vulkans. Sie gelangen über die Route du Volcan zu Ihrem Ziel. Die etwa 35 Kilometer lange Straße zweigt von der RN3 in Plaine des Cafres ab. Seit 2004 sind große Teile der Straße geteert. In Bourg Mourat sollten Sie am Vulkanmuseum Maison du Volcan einen Zwischenstopp einlegen und sich auf das bevorstehende Abenteuer einstimmen. Anschließend durchqueren Sie eine nahezu alpine Weidenlandschaft, gefolgt von der immer bizarrer werdenden Vulkanlandschaft, der sogenannten Plaine des Sables. Nun wandelt sich die Straße in eine Schotterpiste und Sie sind dem Vulkan sehr nahe. Am Kraterrand wurde ein Parkplatz gebaut, der Pas de Bellecombe. Über die innere Caldera ragt eine Aussichtsplattform. Direkt am Parkplatz befindet sich ein kleiner Kiosk, wo Sie eine Erfrischung kaufen können. Biegen Sie vor dem Parkplatz ab, dann gelangen Sie zur Berghütte Gite du Volcan. Nicht nur das Ziel, der Vulkan, ist sehenswert. Auf dem Weg zum Piton de la Fournaise gelangen an zahlreichen Aussichtspunkten vorbei, von welchen aus Sie den Vulkan, die Insel La Réunion und das Meer bestaunen können.

Ausgewiesene GR-Fernwanderwege laden zu Ausflügen ein

Die französische Wandervereinigung (FFRP) hat drei der auf der Insel vorhandenen Wanderwege als GR-Fernwanderwege ausgezeichnet. Es handelt sich um den GR R1, den GR R2 und den GR R3.

GR R1: Dieser Wanderweg besitzt eine Länge von 60 Kilometern. Er führt rund um den Piton des Neiges und setzt seinen Weg durch die Talkessel Cilaos, Mafate und Salazie fort.

GR R2: Auf dem 130 Kilometer langen Wanderweg durchqueren Sie im Süden beginnen und nach Norden fortsetzend die Insel La Réunion. Der Unterschied im Landschaftsbild ist faszinierend: Zunächst bewundern Sie von der flachen Küste den Blick auf das weite Meer. An den Zielen angekommen befinden Sie sich auf den höchsten Gipfeln des Piton de la Fournaise und des Piton des Neiges.

GR R3: Der Wanderweg GR R3 ist 38 Kilometer lang. Die abwechslungsreiche Strecke führt durch den Talkessel Mafate. Auf dem Wanderweg gelangen treffen Sie auf die Bewohner der Insel und freuen sich über das ein oder andere Gespräch und die erlangten authentischen Einblicke in das Leben auf der Insel. Der Talkessel ist nur zu Fuß erreichbar, sodass Sie keine störenden Autogeräusche auf dem Weg begleiten.

Geprägt durch den Vulkan: die drei Talkessel

Eine geologische Besonderheit und Faszination zugleich sind die Talkessel der Insel La Réunion. Sie bietet beeindruckende Einblicke in die Entstehung der Erde und der Insel. Talkessel sind von Hügeln oder Bergen eingeschlossene Täler. Um die Talkessel auf La Réunion hat sich dünner Schutzwall gebildet, der durch Erosion geformt wurde. Er ist von Pflanzen bewachsen, sodass ein unvergleichliches Landschaftsbild entsteht. Im richtigen Licht betrachtet erkennen Sie die eine atemberaubende Vielfalt an Pflanzen, Wäldern und Wasserfällen. An den dicht bewachsenen Hängen sprudeln mächtige Wasserfälle herab. Sie blitzen zwischen Chaoytenspalieren, Riesenfarnen und Primärwäldern auf.

Das Kleeblatt von La Réunion

Rund um den Piton des Neiges sind drei Talkessel angeordnet. Ihre Position erinnert aus der Luft betrachtet an ein Kleeblatt. Trotz der räumlichen Nähe der Talkessel weist jeder von ihnen seinen eigenen Charakter auf. Zu Fuß gelangen Sie zum Talkessel Mafate, von wo aus Sie den Aufstieg beginnen. Auf einer Wanderung zum Talkessel Salazie entdecken Sie den Voile de la Mariée, einen imposanten Wasserfall. Entscheiden Sie sich für einen Ausflug zum Cilaos, dann beginnen Sie den Aufstieg auf das “Dach des Indischen Ozeans”, dem Piton des Neiges. Der sonnigste der drei Talkessel wird vom Piton des Neiges dominiert. Er gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Hier küsst die Sonne die Erde: Der Talkessel Cilaos

So gelangen Sie zum Talkessel Cilaos

Das innere Relief des Talkessels ist durch kleine Berggipfel geprägt. Die bekanntesten dieser Berggipfel sind der Morne de Gueule Rouge, der Piton de Sucre und der Bonnet de Prêtre. Sie erreichen den Talkessel sonnigen Cilaos wahlweise per Auto, Bus oder zu Fuß. Die “Straße der 400 Kurven” hält, was der Name verspricht. Entscheiden Sie sich für eine Wanderung zum Talkessel, dann gelangen Sie über den Passes Col du Taïbit zum Ziel. Ein alternative Route führt durch den Wald Forêt de Bélouve.

Ein faszinierendes Landschaftsbild

Die Landschaft des Talkessels Cilaos ist durch die sogenannten “Ilets” geprägt. Es handelt sich um kleine Plateaus, auf denen die Menschen bereits seit dem 18. Jahrhundert Zuflucht fanden. Die hochgelegenen Illets unterteilen das Landschaftsbild in kleine Gebiete. Übersetzt bedeutet der Name Illets “kleine Dörfer”. Zu den bekanntesten gehören Palmiste Rouge, Bras Sec und Ilet à Cordes. Die Struktur und die Landschaft des Cilaos begeistern Sporturlauber mit den unterschiedlichsten Freizeitmöglichkeiten: Klettern, Wandern, Mountainbiking und vieles mehr ist hier möglich.

Kulinarische und kulturelle Highlights

Kulinarisch überzeugt Cilaos insbesondere Liebhaber köstliche Weine. Traditionell erfolgt seit der Kolonisierung die Herstellung Rotweins, Weißbau und Rosé. Kosten Sie Pinot noir, Chenin oder Malbec. All diese Rebsorten werden heute auf rund 20 Hektar Fläche angebaut. Französische Kolonialherren brachten 1771 die ersten Weinstöcke auf die Insel. Ursprünglich war der Einbau ausschließlich für den Eigenkonsum gedacht, im Laufe der Jahre erlangte der Wein eine immer größer werdende Bekanntheit. Im Jahr 2004 wurde der Wein von Cilaos mit dem Siegel “Vin de pays” ausgezeichnet. Cilaos ist zudem für seine Linsen bekannt. Im Oktober eines jeden Jahres findet das Fest der Linse statt. Der besondere Geschmack entsteht durch die Vulkanerde und das trockene Klima. Feinschmecker kennen und schätzen diese Besonderheit. Möchten Sie direkt zum Hauptanbaugebiet der Linsen wandern, dann besuchen Sie das Dorf Dorf Îlet à Cordes. Im Anschluss genießen Sie das wohltuende Wasser des Talkessels. Ob als sprudelndes Mineralwasser oder bei einem Besuch im Kurhaus – die Wirkung der Quellen Irénée und Véronique sind bereits seit dem 19. Jahrhundert für ihre wohltuenden Kräfte bekannt. Bei etwa 31 bis 38 Grad Celsius sprudeln sie aus dem Erdreich. In Cilaos befindet sich der Iet Trois Salazes, dessen Hauptthemen die Landwirtschaft und die Natur sind. Sie können den Rundgang selbst entdecken oder sich auf eine spannende Führung begeben. Auf der zwei Stunden dauernden Tour lernen Sie vielerlei medizinische und aromatische Pflanzen kennen, erhalten einen Einblick in die Landwirtschaft der Insel und machen sich mit der Kultur der Einheimischen vertraut.

Traditionshandwerk auf La Réunion

Kunstliebhaber kennen Cilaos aufgrund der dort gefertigten Stickereien, den Jours de Ciaos. Auf der Insel wurde ein Museum eröffnet, welches Ihnen die Kunst näher bringt und zum Kauf eines Andenkens anregt. Im “La Maison de la Broderie” erhalten Sie einen wunderschönen Einblick in die Tradition des Kunsthandwerks. Die Stickerinnen arbeiten nach der traditionellen Technik des “Jours de Cilaos”, die seit dem 19. Jahrhundert bekannt ist. Von Generation zu Generation wurde das Kunsthandwerk weitergereicht. Heute befindet sich auf der Insel eine Demonstrationswerkstatt, in welcher sich Besucher über die Kunst informieren und ausgewählte Stücke in der Ausstellung bewundern können. Bringen Sie Freunden und Verwandten ein Andenken und erwerben Sie eines der handgefertigten Produkte.

Die Anreise ist autofrei: der Talkessel Mafate

Den Talkessel Mafate erreichen Sie per Hubschrauber oder zu Fuß. Beide Varianten haben Ihr Vorzüge: Im Hubschrauber erhaschen Sie einen unvergesslichen Blick aus der Luft auf die Insel. Heben Sie ab in die Lüfte und erblicken Sie die Bergwelt von La Réunion aus der Vogelperspektive. Fliegen Sie schließlich Mafate an, dann wird die ursprüngliche Form des Talkessels sichtbar. Es handelt sich um das Herz eines verfallenen Vulkans. Im Inneren ist eine bezaubernde und authentische kleine Welt entstanden. Innen zart, außen von steilen Felswänden umgeben. Die Wanderung erfolgt über schmale Bergpfade. Imposante Ausblicke auf den Talkessel erhalten Sie zudem auf den umgebenen Gebirgskämmen, beispielsweise dem Cap Noir, Roche Ecrite und Maido. Das Gebiet der Talkessels Mafate gehört zum Nationalpark. Die Menschen haben sich über die Jahrhunderte an die Besonderheiten der Natur angepasst. Sie leben auf den Ilets, den kleinen Plateaus. Zwar hat mittlerweile die moderne Welt Einzug in diese Region gefunden, Traditionen und ursprüngliche Lebensweisen werden dennoch gepflegt. Das größte Dorf des Talkessels ist La Nouvelle. Die Nähe zur Natur ist faszinierend und im Talkessel allgegenwärtig. Von wilden Wäldern über Schluchten und imposanten Wasserfällen – Das Landschaftsbild ist sensationell und vielfältig. Möchten Sie zu einer Tour nach Mafate aufbrechen, dann können Sie beispielsweise am Col des Bufs, in Taibit, Maido, Rivière des Galets oder in Dos-D’âne starten.

Die prächtige Vegetation des Talkessels Salazie

Der Talkessel Salazie gehört ebenfalls zum Welterbe der UNESCO. Er ist im Vergleich zu den Talkesseln Cilaos und Mafate am einfachsten zu erreichen. Die Belohnung für die Wanderung ist umso reicher: Rauschende Wasserfälle stürzen sich die Hänge hinab, umzäunt von steilen Felswänden. Die prächtige Vegetation ist ein unvergleichliches Fotomotiv – Gelegenheiten ergeben sich auf der Insel La Réunion viele. Das Besondere am Talkessel Salazie ist seine Ursprünglichkeit. Den Bewohnern ist es gelungen, Authentizität und Moderne geschickt miteinander zu kombinieren. Obgleich die Besucher keinen Komfort missen müssen, wird hier Tradition groß geschrieben. Es verwundert nicht, dass das Dorf Hell-Bourg als eines der schönsten Dörfer Frankreichs gilt. Es wurde mit der Auszeichnung “Plus beaux villages de France” geehrt. Gemeinsam mit Grand-Ilet gehört Hell-Bourg zu den kreolischen Dörfern von Salazie. Auf einer geführten Wanderung durch die Dörfer erhalten Sie einen Einblick in die Geschichte und bestaunen die hübschen kreolischen Gebäude.

Tipps für Ausflüge auf der Insel La Réunion

1. Vom Dorf Hell-Bourg aus starten Sie zum Wald Forêt de Bélouve. Nach und nach vergrößert sich der Blick auf den Talkessel, schließlich gelangen Sie zu einem Plateau, von welchem Sie den perfekten Ausblick genießen. Ein weiterer beliebter Wanderweg führt vom Dorf aus zum Berg Piton d’Anchaing. Am Ziel angekommen, erlangen Sie ebenfalls einen imposanten Rundumblick über den Talkessel. Wandern Sie zum Terre Plate, einem Aussichtspunkt, dann passieren Sie auf dem Weg dorthin wunderschöne und ruhige Sicheltannenwälder. Wer das Abenteuer liebt, der erklimmt den höchsten Gipfel von La Réunion, den Piton des Neiges.

2. Vom Dorf Grand-Ilet aus starten Sie zu einer mittelschweren Wanderung zum Aussichtspunkt La Fenêtre. Am Ziel angekommen, überblicken Sie die Schönheit der Talkessel Salazie und Mafate. Wer einen anspruchsvollen Aufstieg sucht, für den ist der Berg Roche Ecrite ein sehr schönes Ziel. Der Felsvorsprung befindet sich mit einer Höhe von 2.277 oberhalb der Talkessel. Lassen Sie den vom Grand Bénare über den Gros Morne, den Piton des Neiges, den Berg Piton d’Anchaing und den Mazerin schweifen. Für Familien ist eine Wanderung im Talkessel eine spannende Möglichkeit, die Region zu erkunden. Die Les anciens Thermes, die Ruinen der ehemaligen Thermen sind ein beliebtes Ausflugsziel. Ebenso erlebnisreich ist der Besuch des Wasserfalls Le Voile de la Mariée, ein Ausflug der Groß und Klein begeistert.

3. In Hell-Bourg befindet sich das Maison Folio, ein gut erhaltenes Gebäude im Stile der Kolonialzeit. Seine Erbauung wird auf das 19. Jahrhundert datiert, wo prächtige Bauten vom finanziellen Reichtum und dem Umschwung zeugten. Heute gehört das Maison Folio dem Besitzer Jean-François Folio, der Führungen durch seinen Wohnsitz anbietet. Das Haus wird von einem Garten umzäunt, in welchem Sie unter anderem ein kleines Häuschen, das Guetali, und ein Springbrunnen erwartet. Einfach mal die Seele baumeln lassen und den Geschichten vergangener Zeiten lauschen – ein Ausflug zum Maison Folio lohnt sich.

4. Wer Einblicke in die Besiedlungsgeschichte von Salazie und die Entdeckung des Talkessels in authentischer Umgebung erhalten möchte, auf den wartet das L’Ecomusée de Salazie. Es befindet sich direkt am Ortseingang von Hell-Bourg. Kombinieren Sie den Besuch im Museum mit einem geführten Rundgang durch das Dorf. Auf dem cases créoles verschaffen Sie sich einen Eindruck von den landschaftlichen Reichtümern, den architektonischen Meisterwerken und der kulturellen Geschichte.

Das Zentrum von La Réunion: Der Piton des Neiges

Der Piton des Neiges ist nicht nur der höchste Gipfel der Insel La Réunion sondern auch der höchste seiner Art im Indischen Ozean. Im Zentrum der Insel lokalisiert, erhebt sich der majestätische Vulkan auf eine Höhe von 3.071 Metern. Doch keine Angst – dieser Vulkan ist bereits vor rund 12.000 Jahren erloschen. Zuvor hatte der Vulkan das Landschaftsbild der Insel nachhaltig geprägt. Schätzungen zufolge basieren rund 60 Prozent der Insel auf den Ergebnissen der Aktivität des Piton des Neiges. Die Übersetzung seines Namens lautet “Dach des Indischen Ozeans”. Wer vermutet, er würde auf Schneefälle und ewigen Schnee treffen, der wird überrascht sein. Schnee fällt auf dem Piton des Neiges nur an wenigen Tagen im Jahr. Starten Sie den Aufstieg vom Talkessel Salazie oder von der Hochebene La Plaine des Cafres, dann sollten Sie dennoch an warme Kleidung denken, die Temperaturen sind frostig. Bevor der Weg nach oben führt, halten Sie in der Refuge de la Caverne Dufour an, einer Berghütte. Dort stehen vier Schlafsäle zur Verfügung, insgesamt finden 48 Wanderer Unterschlupf. Nach einer kräftigenden Mahlzeit setzen Sie die Reise fort. Der Aufstieg dauert nun noch rund eine Stunde. Starten Sie früh am Morgen, dann genießen Sie den Sonnenaufgang über dem Indischen Ozean – ein faszinierender Anblick. Das türkisblaue Wasser geht fast nahtlos in den strahlend blauen Himmel über. Lassen Sie den Blick nach unten schweifen, so überblicken Sie die drei Talkessel: Im Süden erhebt sich der Cilaos, im Nordosten ist der Salazie beheimatet und im Nordwesten erblicken Sie den Mafate. Die Entstehung der Talkessel hängt direkt mit der Geschichte des Piton des Neiges zusammen. Vor langer Zeit besaß der Piton des Neiges mächtige Felswände. Als diese einstürzten entstanden riesige Felsklippen. Nach und nach füllten sich die Felsklippen zum Teil wieder mit Lava auf.

Entdecken Sie die Berggipfel auf La Réunion

Einen etwas weniger steiler Aufstieg führt auf den Berggipfel Piton Maido, der sich 2.190 Meter erhebt. Oben angekommen, blicken Sie auf den Talkessel Mafate und große Teile der Insel La Réunion. Ihr Blick schweift über die Westküste der Insel, die von strahlenden Stränden gezeichnet ist. Vor der Westküste liegen kostbare Korallenriffe. Möchten Sie den Weg nicht zu Fuß wagen, dann wählen Sie die Anreise über die befahrbare Straße. Nehmen Sie eine kleine Verpflegung mit – Picknickstellen sind genügend vorhanden, der Ausblick belohnt. Nachdem Sie sich gestärkt haben, unternehmen Sie einen kleinen Spaziergang oder eine Wanderung, beispielsweise zum Grand Bénare. Der dritthöchste Gipfel erhebt sich auf rund 2.898 Metern. Einen ganz besonderen Nervenkitzel erlangen Mountainbike-Fahrer: Wer die Extreme liebt, startet vom Piton Maido und saust bis Saint-Gilles hinab.

Der Piton de la Fournaise – ein aktiver Vulkan

Der Piton de la Fournaise ist im Gegensatz zum Piton des Neiges ein aktiver Vulkan. Dennoch ist ein Aufstieg zum Aussichtspunkt Pas de Bellecombe möglich. Circa einmal pro Jahr finden kleinere Eruptionen statt. Die dünnflüssige Lava fließt herab, größere Gasausbrüche sind nicht zu erwarten. Die Lava fließt überwiegend ins Meer hinab, jedoch ist es in der Vergangenheit bereits zu Beschädigungen an der Straße oder an der Kirche Notre-Dame-des-Laves gekommen. Das Schauspiel des Vulkans ist als le volcan pète bekannt und zieht regelmäßig Besucher an. Seit 1640 wurden rund 180 Ausbrüche verzeichnet. Der mehr als 2.600 Meter hohe Vulkan befindet sich an der Südseite des Piton des Neiges. Er ist vor mehr als 380.000 Jahren entstanden. Obgleich seine Ausbrüche als harmlos gelten, gehört der Piton de la Fournaise zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Andonche Dolnet de Palmaroux war der erste Besteiger dieses Berges. Bereit im September 1751 wagte der Entdecker den Aufstieg. Eine der nächsten Expeditionen fand 1768 unter der Leitung des Gouverneurs Bellecombe statt. Der damals neu entdeckte Pass wurde nach ihm benannt, obgleich der Gouverneur kurz vor der Passentdeckung umkehrte. Nicht nur Entdecker sondern auch Wissenschaftler entwickelten schnell ein Interesse an der Insel Réunion und dem Piton de la Fournaise. Der französische Botaniker Philibert Commerson unternahm 1771 und 1772 Forschungsreisen auf den Vulkan.

Entdecken Sie die Bergwelt von La Réunion

Die beste Möglichkeit, die Bergwelt von La Réunion zu entdecken, ist eine mehrtägige Wandertour. An vielen Stellen der Insel finden Sie Einkehr und können dort übernachten. Zu den beliebten Tagestouren gehört die Strecke “La Nouvelle – Marla” im Talkessel Mafate. Nach einen landestypischen Frühstück genießen Sie den Blick auf das prächtige Farbenspiel des Sonnenaufgangs im Talkessel. Von La Nouvelle bis Marla führen zwei unterschiedlich lange Routen: Wer den schnellen Weg wählt, der hat nach rund zwei Stunden sein Ziel erreicht. Die längere Route dauert etwa vier bis fünf Stunden. Hier gelangen Sie vorbei an der Schlucht Trois Roches. Nutzen Sie die Gelegenheit für eine kleine Rast inklusive Picknick. Die abwechslungsreiche Strecke führt bergauf und bergab durch Flusstäler und Wälder.

Das Klima in der Bergwelt von La Réunion

Auf der Insel herrschen verschiedene Mikroklimata. Im Grunde genommen handelt es sich um ein tropisch-sommerfeuchtes Klima. Von Dezember bis März herrscht Regenzeit, wobei die Ostküste regenreicher als die Westküste ist. Der Regen trägt zur Ausbildung der wunderschönen Pflanzenwelt der Insel bei. Doch auch die Sonne entwickelt ihre wohltuende Kraft. Pro Jahr werden angenehme 2.000 Sonnenstunden verzeichnet. Der Sommer findet auf La Réunion von Dezember bis März statt. Bei etwa 30 Grad Celsius entfliehen Sie dem kalten Klima Deutschlands und tanken Sonne pur. Im Winter sinken die Temperaturen auf La Réunion auf etwa 20 Grad Celsius. In Höhenlage können 15 Grad Celsius vorliegen. Zwar liegt zu einigen Zeiten Schnee auf den Berggipfeln, dieser Anblick ist jedoch selten. Es überwiegen die sonnigen Tage, sodass Sie die Bergwelt in ihrer vollen Pracht genießen können.