Kgalagadi in Botswana

Die Kgalagadi in Botswana

Die semiaride Kgalagadi beansprucht über 84 Prozent der gesamten Fläche von Botswana nur für sich. Denkt man an eine Wüste fallen einem Begriffe ein wie öde, trocken und leblos. Jene Gedanken treffen jedoch nicht auf die Kgalagadi bzw. Kalahari zu. Sie verfügt über eine Fülle an natürlichen Ressourcen. Dazu zählen die weiten Graslandschaften, welche zeitgleich ihre Wildbestände ernährt, sondern auch die immer größer werdenden Herden von Rindern (ca. zwei Millionen). Somit unterstützt die Kgalagadi Afrikas drittgrößten Wirtschaftszweig, die Rinderzucht. Aber auch der Reichtum an Mineralien muss hier erwähnt werden. Ganz besonders gefördert wurde das Wirtschaftswachstum, in den vergangenen 35 Jahren, durch abgebauten Diamanten. Die Kgalagadi gibt ihre Schönheit nicht gleich auf den ersten Blick frei, jedoch verfügt sie über eine enorme Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt. Das umfassende Spektrum an Pflanzen begünstigt die Entstehung diverser Savannentypen wie beispielsweise Baum-, Strauch- und Grassavannen. Die Landschaft der Kalahari besteht überwiegend aus auf Dünenwellen stehenden einzelnen Baumreihen oder separaten Bäumen, niedrig gewachsenen Sträuchern und Ebenen, die mit Gras bewachsen sind. Die Kgalagadi wird von Besuchern, nach deren erstem Eindruck oftmals als öde bezeichnet, allerdings verfügt das überwiegend flache Gebiet über dezente topografische Verschiedenheiten. Zu benennen sind hier die Dünen, Gräben, pfannenartige Senken und fossile Täler. Die Wüste ändert ihr Äußeres nach der niederschlagsreichen Regenzeit. Kräftiges grünes Gras bestimmt dann das Bild der Kgalagadi und die mit Wasser aufgefüllten Pfannen, sind eine neue Quelle zum Aufblühen der Natur.

Eine Vielzahl der Wüstentiere inklusive der Kalahari-Löwen, Springböcke, Elenantilopen und Gämsantilopen haben sich optimal an die vorwiegend trockenen Verhältnisse der Kgalagadi angepasst und überleben auch länger ohne Wasser. Von den Antilopen wird beispielsweise Wasser während des Fressens früh am Morgen oder in der Nacht aufgenommen. Zu diesen Tageszeiten sind die Pflanzen, die sie fressen noch feucht. Zudem fressen sie die wilden Gurken und Wassermelonen (Sukkulenten) und bewegen sich während der heißen Stunden am Tage so gut wie gar nicht, damit die Körperflüssigkeit erhalten bleibt. Die Löwen der Kalahari ziehen ihren Bedarf an Wasser hingegen, aus ihren Beutetieren und deren Körperflüssigkeit. In der Kgalagadi leben unter anderem Duckers, Zebras, Kudus, Gnus, Kuhantilopen, Steinböckchen, Schabrackenhyänen, Leoparden, Löwen, Tüpfelhyänen und Geparden.
Im Allgemeinen ist die Kalahari ein Becken, wo sich durchgehend Sedimente ablagern und dann durch Sand verdeckt werden. Die Gegend hat ein großes geomorphologisches, ökologisches, vegetatives und klimatisches Spektrum vorzuweisen. Im nördlichen Teil der Wüste, Zaire, Gabon und Kongo, herrscht ein feucht-tropisches Klima vor und wird teilweise bestimmt von dem kongolesischen Entwässerungsbecken. Das Kerngebiet der Kgalagadi sind Botswana sowie die Nachbarländer Angola, Namibia, Südafrika, Simbabwe und Sambia. Hier sind die Verhältnisse eher dürr und trocken, außerdem gibt es so gut wie kein Oberflächenwasser. Insgesamt erstreckt sich die Kalahari über neun Länder in Afrika und bildet das größte verbundene Sandgebiet der Welt. Die Gesamtfläche beläuft sich auf ca. 2,5 Millionen km² und erstreckt sich über diverse ökologische Zonen sowie über 30 Breitengrade. Die Kgalagadi verfügt innerhalb Botswanas über zwei geografische Gebiete, welche einmalig sind, das Feuchtgebiet vom Okavango Delta und die Makgadikgadi Pans. Letztere bildeten laut Forschungsergebnissen, einst einen gigantischen prähistorischen See. Daraus lässt sich wiederum ableiten, dass die Kalahari in früheren Zeiten wesentlich feuchter war, als es heute der Fall ist.

Die Kgalagadi und deren Besiedlung durch Menschen, konnte bis in die frühe Steinzeit zurückverfolgt werden. In der mittleren Steinzeit bewohnten die San die Kalahari. Sie hatten sich eine Überlebensstrategie ausgearbeitet, welche vorbildlich auf ihr Umfeld abgestimmt war und so mit ihr im Einklang lebten. Die Sans entnahmen ihre Nahrungsmittel sowohl aus ihrem Bestand an Tieren als auch aus dem Boden. Inzwischen gibt es in zahlreichen Teilen der Kgalagadi Siedlungen, zu denen auch Rinderfarmen gehören. Zudem wurden insgesamt fünf Nationalparks und Wildreservate in dem großen botswanischen Teil der Wüste angelegt. Dazu gehören der Kgalagadi Transfrontier Park, das Khutse-Wildreservat, das Zentralkalahari-Wildreservat, der Nxai-Pan-Nationalpark und das Makgadikgadi-Pans-Wildreservat. Allesamt liegen in entlegenen Gebieten und in großen Entfernungen zueinander. Hierdurch wird das Gefühl unendlicher Weiten noch zusätzlich unterstützt.

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