Spektakuläre Sehenswürdigkeiten auf La Reunion

Ein wertvolles Kleinod mit kultureller Vielfalt

Bis zur Kolonialisierung durch die Franzosen war La Réunion unbewohnt, die heutigen Bewohner stammen somit ausschließlich von mehr oder weniger freiwilligen Einwanderern ab. Die weißen Siedler brachten Sklaven aus Madagaskar und Ostafrika auf die Insel, die für den Anbau von Zuckerrohr und Vanille auf den Plantagen eingesetzt wurden. Im Jahr 1848 erhielten nach dem Ende der Sklaverei etwa 60.000 Sklaven die Freiheit. In der Folgezeit wurden billige Arbeitskräfte aus Indien angeworben, die hauptsächlich aus der südlichen Region Tamil Nadu stammten. Im 19. Jahrhundert folgten chinesische Einwanderer sowie sunnitische Muslime aus Gujarat (indischer Bundesstaat) auf der Insel an.

Dieses bunt gemischte Völkchen bildet eine erstaunlich homogene Gesellschaft. Für die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gibt es spezielle Bezeichnungen:

  • Cafres = Nachkommen der Sklaven und Arbeiter aus Afrika und Madagaskar
  • Malbars = Abkömmlinge der Arbeiter aus Südindien (meist tamilische Hindus)
  • Zarabs = Nachfahren muslimischer Inder
  • Chinois = Nachkommen chinesischer Einwanderer
  • Gros Blancs = Nachfahren der reichen Großgrundbesitzer
  • Petits Blancs des Hauts (oder Yab) = Abkömmlinge von weißen Siedlern mit niedrigem Status
  • Zoreys (oder Zoreilles) = eingewanderte Franzosen vom Festland

Der Begriff Zoreys leitet sich von “durs d’oreille” (schwerhörig) ab, da die eingewanderten Festlandfranzosen in der Regel die kreolische Sprache nicht verstehen. Im Laufe der Zeit haben Vermischungen zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen stattgefunden, die unter der Bezeichnung Métissage als maßgeblich für die friedliche Koexistenz sowie die Identität der Bewohner gilt. Die heutigen Bewohner von La Réunion betrachten sich stolz als Kreolen. Obwohl das Französische die einzige Amtssprache ist, spricht die überwiegende Mehrheit der Einwohner zusätzlich auch die Kreolsprache Réunion-Kreolisch. Auf der Insel gibt es eine einzigartige kulturelle Vielfalt, die insbesondere auf den unterschiedlichen Herkunftskulturen basiert.


Traumhaftes Reiseziel – Urlaub auf La Réunion

Erfreulicherweise benötigen Sie für die Reise nach La Réunion kein Visum, da die Insel als französisches Übersee-Département zur Europäischen Union gehört. Im Norden der Insel liegt die Hauptstadt Saint-Denis, die über einen internationalen Flughafen verfügt. Sie sparen bares Geld, wenn Sie einen Abflughafen in Frankreich wählen, da es sich dann um einen Inlandsflug handelt. Empfehlenswert sind beispielsweise Flüge ab Paris, die meist ohne Zwischenlandung direkt den internationalen Flughafen von Saint-Denis ansteuern. Die Flugzeit beträgt rund 11 Stunden, dennoch müssen Sie aufgrund der vergleichsweise geringen Zeitverschiebung von zwei Stunden in der Regel keinen Jetlag befürchten.

Wandern ist auf La Réunion ein ganz besonderes Erlebnis und ermöglicht Ihnen einzigartige Blicke auf eine atemberaubend schöne Naturlandschaft. Unvergesslich sind ohne Zweifel Wanderungen zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten auf La Réunion. Zu den absoluten Highlights der Insel gehören der erloschene Vulkan Piton des Neiges und sein überaus aktiver Kollege, der etwa 2.630 m hohe Piton de la Fournaise. Er gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt und bricht regelmäßig aus. Glühende Lavaströme ergießen sich in die Umgebung und fließen zum Indischen Ozean. Dieses atemberaubend spektakuläre Naturschauspiel lockt jährlich unzählige Vulkantouristen an. Aus sicherer Entfernung gewinnen Sie einen einzigartigen Eindruck, welche Kräfte die Natur entfesseln kann.

Besonders mutige Zeitgenossen können in inaktiven Phasen des Vulkans sogar die Caldera besichtigen. Sie wandern auf La Réunion zum Krater des Vulkans und durchqueren faszinierende Gegenden. Besonders sehenswert ist die Region Grand Brûlé, in der die erkalteten Lavaströme vergangener Ausbrüche ein pittoreskes Landschaftsbild geformt haben. Einer der Aussichtspunkte ermöglicht einen grandiosen Ausblick auf die Ebene Plaine des Sables. Diese Landschaft durchqueren die mutigen Wanderer bei ihrer Wanderung zum majestätischen Vulkan. Wenn Sie sich diesen furchtlosen Abenteurern anschließen möchten, sollten Sie unbedingt festes Schuhwerk tragen. Planen Sie für Auf- und Abstieg einen Zeitrahmen von etwa 4 bis 6 Stunden ein.

Am Fuß des Vulkans liegt die Gemeinde Sainte-Rose. Im April 1977 wurde der Ortsteil Piton nach einem Vulkanausbruch teilweise verschüttet und die heißen Lavaströme drohten auch, die kleine Kirche des Ortes zu zerstören. Im letzten Moment teilte sich der Lavastrom und umfloss das Gebäude. Die Kirche blieb intakt und trägt seither den Namen Notre-Dame-des-Laves. Dieses Ereignis erregte weltweite Aufmerksamkeit und machte aus der einfachen Dorfkirche eine beliebte Pilgerstätte.

Die Naturgewalten nehmen auf La Réunion einen besonderen Stellenwert ein. Neben den unausweichlichen Vulkanausbrüchen treffen immer wieder Zyklone die Insel und bringen Starkregen und heftigen Wind mit. Sturmsaison ist in der Regel die Zeit von Dezember und April. Es gibt ein sehr zuverlässiges Frühwarnsystem auf der Insel, daher sollten Sie immer die Durchsagen im Radio beachten und sich an die empfohlenen Sicherheitsanweisungen halten. Es gibt insgesamt drei Alarmstufen:

– vigilance cyclonique
– alerte orange
– alerte rouge

Bei “alerte orange” sollten Sie keinesfalls Ausflüge in die Bergregionen oder auf das Meer unternehmen und bei “alerte rouge” gilt zusätzlich ein Ausgangsverbot.

Ein idyllischer Kratersee & atemberaubende Aussichtspunkte

Für Wanderfreunde ist die Insel ein wahres Kleinod. Wandern Sie auf La Réunion zu dem idyllisch gelegenen Kratersee Piton de l’Eau, der zwischen Plaine des Palmistes und Plaine des Cafre liegt. Der Krater entstand in der Anfangszeit der vulkanischen Aktivität des Piton de la Fournaise. Die Umgebung des einzigen Kratersees der Insel ist ein zauberhaftes Paradies mit einer vielfältigen Flora und Fauna. Bei optimalen Wetterbedingungen bietet sich Ihnen sogar ein Ausblick auf den Piton des Neiges.

Ebenfalls sehr lohnenswert ist ein Ausflug zum Hochplateau des Piton Maïdo. Zu diesem Aussichtspunkt gelangen Sie ganz komfortabel mit dem Auto über eine Serpentinenstraße. Sie führt durch malerische Tamarindenwäldchen, in denen sich wunderschöne und bei Touristen wie Einheimischen gleichermaßen beliebte Picknickplätze verbergen. Von dem Aussichtspunkt Piton Maïdo in etwa 2.190 m Höhe biete sich Ihnen ein einzigartiger Panoramablick. Hier können Sie die herrlichen Strände an der Westküste der Insel sehen und die wilde Schönheit des Talkessel Malfate bewundern. Wenn Sie mit einem Blick die unvergleichliche Schönheit von La Réunion erfassen möchten, sollten Sie diesen Ausflug unbedingt einplanen. Von hier wandern Sie auf La Réunion zum Cirque de Mafate oder zum Grand Bénare, dem dritthöchsten Gipfel der Insel.

Die unvergleichlichen Naturschönheiten gehören ohne Zweifel zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten auf La Réunion. Zu den unvergesslichsten Zielen gehören sicher Orte wie der Aussichtspunkt Cap Noir, der einzigartige Primärwald Mare Longue oder der majestätische Piton des Neiges. Der Nationalpark Parc National de La Réunion erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 100.000 Hektar und bedeckt somit etwa 42 Prozent der gesamten Inselfläche. Er dient dem Schutz einzigartiger Lebensräume und ist Heimat für eine Vielzahl unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten.

Drei unvergleichliche Talkessel – Mafate, Cilaos & Salazie

Ein Blick auf die Landschaften der drei berühmten Talkessel von La Réunion gleicht einer visuellen Reise in die erdgeschichtliche Vergangenheit. Ihre Anordnung rund um den Piton des Neiges erinnert aus der Vogelperspektive an die Form eines Kleeblattes. Den malerischen Talkessel Mafate erreichen Sie ausschließlich zu Fuß oder per Hubschrauber. Hier erwartet Sie eine geologische Märchenwelt mit Wasserfällen, Schluchten, Wäldern und einsamen Ortschaften. Während der Zeit der Sklavenhaltung war diese Abgeschiedenheit der ideale Zufluchtsort für entlaufene Sklaven. Bis heute leben ihre Nachfahren auf kleinen Plateaus (îlets). Sie nennen sich selbst Mafatais und der größte Ort dieser Gemeinschaft ist das Dorf La Nouvelle. Ausgangspunkte der verschiedenen Wanderwege sind Rivière des Galets, Maïdo, Dos-D’âne und Taïbit sowie der überwachte Parkplatz am Col des Bufs.

Erholung pur erwartet Sie im sonnigen Talkessel Cilaos, dessen Landschaftsbild durch mehrere kleine Berggipfel geprägt wird. Malerische Dörfchen und eine ursprüngliche Naturlandschaft strahlen eine wohltuende Ruhe aus. Die bedeutendsten Gipfel sind der Morne de Gueule Rouge, der Bonnet de Prêtre und der Piton de Sucre. Traditionell ist diese Region bekannt für den Weinbau, der auch in der heutigen Zeit noch eine große Rolle spielt. Die Quellen von Cilaos gelten als wohltuend und heilsam. Wanderer gelangen über den Wanderweg des Passes Col du Taïbit oder über den Wanderweg zum Piton des Neiges in den Talkessel. Mit dem Auto genießen Sie die Fahrt auf der herrlichen Panoramastraße, die den bezeichnenden Namen “Straße der 400 Kurven” trägt.

Der Talkessel Salazie besitzt eine üppige Vegetation und lockt mit wunderschönen Panoramablicken, zahlreichen Wanderwegen und eindrucksvollen Wasserfällen. Insbesondere die Wasserfälle Le Voile de la Mariée und Les trois Cascades sind beliebte Ausflugsziele in diesem Gebiet. Wandern Sie durch den Sicheltannenwald und genießen Sie vom Aussichtspunkt Terre Plate einen Ausblick auf die idyllische Natur. Das Dörfchen Hell-Bourg wurde mit der Auszeichnung “Plus beaux Villages de France” (die schönsten Dörfer Frankreichs) geehrt und hat sich bis in die heutige Zeit seinen kreolischen Charme bewahrt.

Street Art, Walbeobachtung & kapriziöse Naturschönheiten

Auch wenn La Réunion aufgrund der unvergleichlichen Natur ein wahres Wanderparadies ist, sollten Sie sich dennoch nicht die anderen Facetten dieser einzigartigen Insel entgehen lassen. Auf La Réunion gibt es eine sehenswerte Street-Art-Kultur, dies in der Hauptstadt Saint-Denis und vielen weiteren Orten können Sie wahre Kunstschätze auf offener Straße bewundern. Häufig werden die Künstler sogar von der örtlichen Regierung extra für die künstlerische Gestaltung von Bauwerken engagiert. Gehen Sie auf Entdeckungstour und finden Sie die kleine Figur Gouzou des Künstlers Jace an den verblüffendsten Orten.

Im Hinblick auf die Vergangenheit der Insel sollte bei einem Urlaub auf La Réunion auch die Besichtigung einer der Zuckerrohr-Plantagen nicht fehlen. Der Rum gehört hier untrennbar zum Kulturgut der Kreolen. Auch die berühmte Bourbon-Vanille spielt auf La Réunion eine große Rolle. Die ersten Vanillepflanzen gelangten Anfang des 19. Jahrhunderts auf die Insel und lange Zeit war die kleine Tropeninsel der weltweit führende Vanilleexporteur. Bis heute ist der Anbau der Vanille auf La Réunion eine fein austarierte Verbindung aus Know-how und Tradition. Das dekorative Orchideen-Gewächs können Sie auch im botanischen Garten Jardin des Parfums et des Epices bewundern. Dieser Privatgarten befindet sich auf einem 800 Jahre alten Lavastrom und ist seit dem Jahr 1989 für Besucher geöffnet. Neben Pflanzen wie Orchideen, Ylang-Ylang oder Palmen entdecken Sie mit etwas Glück vielleicht sogar ein Chamäleon.

Ein unverzichtbares Highlight der besonderen Art ist die Beobachtung von Walen und Delfinen. Insbesondere für die Beobachtung der seltenen Buckelwale zählen die Gewässer rund um die Insel weltweit zu den besten Walbeobachtungsplätzen. Die Beobachtung der majestätischen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung ist ein unvergessliches Erlebnis. Auch Delfine können ganzjährig beobachtet werden und sorgen mit ihren Kapriolen immer wieder für kurzweilige Unterhaltung. Achten Sie bei der Auswahl des Dienstleisters für eine Wahlbeobachtungstour unbedingt auf das Label O²CR (Observation Certifiée Responsable des Cétacés à La Réunion). So können Sie sicher sein, dass eine verantwortungsbewusste Beobachtung der Tiere ohne unnötige Störungen gewährleistet wird.

Tropische Strände für Sonnenanbeter

Tauchen, Rafting, Wandertouren und viele weitere Aktivitäten machen La Réunion zu einem idealen Urlaubsziel für Aktivurlauber. Selbst Urlauber mit großem Bewegungsdrang und unstillbarer Abenteuerlust sollten hin und wieder auch mal eine Erholungspause am Strand einlegen. Die Insel bietet ganzjährig ein tropisches Klima und ist daher auch ein lohnendes Ziel für Sonnenanbeter. Mit einem Mietwagen können Sie problemlos die Küste erkunden und Ihren persönlichen Lieblingsstrand finden. Schwarzer oder weißer Sand und ein türkisblaues Meer – ein Traum für Strand-Enthusiasten!

Die Strände L’Etang-Salé, Saint-Pierre, Boucan Canot, L’Ermitage, La Saline, Roches Noires und Saint-Leu bieten jeweils eine abgesicherte Badezone und an den Stränden Saint-Philippe, Grand Bois, Grande Anse und Manapany erwarten Sie geschützte Natursteinbecken. Wenn Sie auf der Suche nach einem Strand mit schwarzem Sand sind, ist beispielsweise L’Etang-Salé an der Südwestküste sehr empfehlenswert. An einigen Stränden müssen Sie mit einer etwas stärkeren Strömung sowie einem höheren Wellengang rechnen. Surfen, Stand-up-Paddling und viele weitere Wassersportarten können auf La Réunion selbstverständlich ebenfalls ausgeübt werden.

Im Jahr 2007 wurde vor der Küste der Insel ein etwa 25 km² großes Unterwasserschutzgebiet eingerichtet. Das Gebiet ist unterteilt in eine allgemeine, eine verstärkte sowie eine integrale Sicherheitszone. Wassersportarten wie das Tauchen oder Angeln unterliegen hier strengen Regeln. In der integralen Sicherheitszone ist jede menschliche Aktivität grundsätzlich verboten, damit sich die empfindlichen Korallenriffe wieder erholen können. An der Westküste können erfahrene Taucher Schiffswracks erkunden oder einen faszinierenden Strömungstauchgang bis zu den Grottes Mystérieuses erleben.