Sandboarding in Swakopmund

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Beim Sandboarding mit über 70 km/h die Düne runter

sandboarding Swakopmund-1Swakopmund. Dezember 2015. Wir treffen uns am frühen Morgen in der Basis des Veranstalters  Desert Explorers”. Dort werden wir von Flore, einer braungebrannten Holländerin in Boardershorts, zum 4×4-VW-Bus begleitet und dann geht’s auch schon gleich los in die Namib. Die Dünenwüste beginnt direkt hinter Swakop. Die bis zu 300 m hohen Dünen der Namib, die ein ganz besonderes Ökosystem darstellen, das so gar nicht lebensfeindlich ist wie man auf den ersten Blick meinen könnte, bildet heute für uns den Rahmen für einen Spaß, den man mitlerweile an immer mehr Orten auf der Welt haben kann, vorausgesetzt es gibt ausreichend hohe Sanddünen: Sandboarding!

Wir fahren zunächst landeinwärts und biegen nach ca. 5 km Richtung Süden in die geschützte Region der Sanddünen ab. Nur an ausgewiesenen Stellen ist es Tour-Operators erlaubt, die Dünen zu betreten oder zu befahren. Nach Jahrzehnten uneingeschränktem Tourismus hat man auch in Namibia erkannt, wie wichtig es ist, diese besondere Natur zu schützen. Jeder Fußabdruck im Sand, jede Fahrspur eines Autos, Motrorades oder Quads ist auch nach Jahren noch zu sehen und beeinträchtigt die empfindliche Fauna und Flora dieser Wüste nachhaltig. Das haben wir bei Tommy Collard gelernt…

  sandboarding Swakopmund-3 Nach ca. 30 Minuten sind wir angekommen. Zwei weitere VW-Busse stehen schon am Fuße einer Reihe von ca. 80 Meter hohen Dünen. Daneben liegen zig Snowboards, Helme und Snowboardshuhe und allen Größen und Farben. Die Teilnehmer der Gruppe haben alle vor, sowohl “klassisch” im Stehen (“stand-up-boarding”) die Dünen auf der steilen, windabgewandten Seite runterzufahren, als auch später das sogenannte “lay-down-boarding” auszubrobieren, bei dem man bäuchlings die flache Seite der Düne runterrutscht – doch dazu später mehr.

 Die Betreuer helfen uns bei der Auswahl der Schuhe, Helme und Boards. Linker Fuß vorne oder rechter? Breite Schrittstellung oder schmal. Winkel des Fußes zum Brett oder mehr in Fahrtrichtung? Alles wird besprochen und schnell angepasst. Dann beginnt der anstrengende Teil: Mangels Lift (!) muss in den schweren Schuhen das Board auf die Düne raufgetragen werden. Jetzt wird einem klar, warum früher zu Zeiten fehlender Skilifte so wenig Menschen den Zugang zum Skifahren fanden: Das ist saumäßig anstrengend, vor allem weil man an den steilen Stellen mit jedem großen Schritt im weichen Sand nach oben wieder einen Halben nach unten rutscht. Die Menge an Sand in den Schuhen wächst schnell und man hat das Gefühl, man bleibt gleich in der Düne stecken…

 sandboarding Swakopmund-6Oben angekommen, genießen wir schwitzend und hechelnd erstmal den grandiosen Ausblick: Hinter uns das blaue Meer, links Dünen, rechts Dünen, vor uns Dünen – so weit das Auge reicht. Über uns der noch leicht vernebelte Morgenhimmel mit ersten Wolkenlöchern, der auf die Sonne hoffen läßt. Aber noch ist es angenehm kühl – wichtig bei den Aufstiegen!

 Die Instruktoren teilen uns in mehrere Teams ein, je nach Vorkenntnissen. Die “Beginner” lernen schnell, wie man sich das Brett anschnallt, wie man sich im Sand bewegt und durch Gewichtsverlagerung das Brett in Fahrt versetzt. Da der Sand ziemlich stark bremst und kein Gleiten wie auf Schnee oder Eis entstehen kann, muss mit einer ordentlichen Portion Polierwachs auf dem Board nachgeholfen werden. Als alles klar ist, machen sich die ersten wacheligen Kandidaten auf die erste Abfahrt. Noch etwas langsam und von häufigeren Stops auf den Knien unterbrochen, gewinnt man aber schnell Übung und Vertrauen. Wenn nur nicht immer wieder die anstrengenden Aufstiege zwischen den Abfahrten wären. Die “profis” suchen gleich den Weg zur Sprungschanze: mit ca. 5 Metern Anlauf erlaubt sie schöne Sprünge und mehr oder weniger weiche Landungen im feinen Sand – und spektakuläre Fotos und Videos.

sandboarding Swakopmund-8Nach 6 oder 7 Abfahrten ist man ziemlich platt. Da kommt es ganz gelegen, dass jetzt das “lay-down-boarding” angeboten wird. Auf dünnen, flexiblen Holzbrettern legt man sich bäuchlings auf den Sand und gleitet die Düne runter. Bremsen und bedingt lenken kann man mit den Füßen, aber eigentlich geht’s einfach nur den Konturen der Dünen folgend nach unten. Unten steht ein weiterer Instruktor mit der Radarpistole und misst die gefahrene Geschwindigkeit: Top-Speed: 74 km/h!

 Nach drei oder vier “lay-down”-Abfahrten kann man jetzt noch mal die finale “stand-up”-Abfahrt machen und dann Richtung VW-Bus zurückpilgern, denn dort warten kalte Getränke und leckere Sandwiches auf die Teilnehmer

 Natürlich darf das obligatorische Gruppenfoto zum Abschluss nicht fehlen und es werden vom mitgereisten Fotografen noch die letzten Video-Sequenzen gedreht, die jeder Teilnehmer am Abend in Form einer CD-ROM im Büro des Veranstalters abholen kann. Darauf finden sich gut 30 Minuten Videomaterial des Tages mit vielen Animationen und extrem guter Musik. Schöne Erinnerung.

sandboarding Swakopmund-10 Während sich die Teilnehmer stärken und von den letzten “Moves”, “Turns” und “360s” berichten, wird alles wieder in den Fahrzeugen verstaut und es geht zurück zur Basis.

 Sehr viel Spaß und ganz tolle Eindrücke nehmen wir vom Tag mit. Coole Leute, gute Organisation und perfekte Betreuung trotz einer recht großen Gruppe. Wir freuen uns, dass wir dieses “Kontrast-Programm” zum restlichen Naturerlebnis Namibia während unseres Urlaubes mit African Dreamtravel ausprobiert haben. Hat Suchtcharakter!


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