Reisebericht über die Himba in Namibia

Himba in Namibia

Die Himba in Namibia

Unser Kunde Jörg Eberhard hat einen schönen Bericht über seine Tour über die Himba in Namibia geschrieben.

Ein Tag bei den Himba

Eine Übernachtung in der Grootberg Lodge ist an sich schon ein Erlebnis. Mit Ihrer Lage auf 1.800m Höhe in den Bergen östlich von Palmwag und ihrem unglaublichen Blick in die Ferne ist sie für uns eine der am schönsten gelegenen Lodges in Namibia. Die Lodge ist idealer Ausgangspunkt für eine geführte Tour zu einem Himba-Dorf in ca. 60 km Entfernung. Diese Tour wurde uns von Harald Braun von African Dreamtravel empfohlen und organisiert. Sie kann nur in Begleitung eines geschulten Guides erfolgen. Wir waren begeistert von seiner Fachkenntnis und von der Art, mit der er die Tour durchgeführt hat. Außerdem waren wir nur zu siebt, also eine schön kleine Gruppe.

Die Himba in NamibiaNach ca. 45 min Fahrt Richtung Osten gelangt man in das kleine Dorf Erwee und verlässt die C40 in Richtung Nordwesten. Über schlechte Fahrwege und durch traumhaft schöne Landschaften – ein Tal, durch das idyllisch ein Flüsschen fließt, fährt man bis an die Veterinär-Grenze, die den Norden vom Süden Namibias abtrennt und das Übergreifen der Maul- und Klauenseuche verhindern soll. Dort werden sowohl das Fahrzeug als auch alle Schuhe der Tourmitglieder desinfiziert und die Fahrt geht weiter bis zum ersten Halt an einer palmenbestandenen Flussdurchquerung. Die Palmen wurden über die Elefanten von Ostafrika mit hier her gebracht, sie haben dort kleine Palmfrüchte gefressen und die Samen haben die Magensäfte der Elefanten überlebt. Nun wachsen die Palmen entlang des Flusses und schaffen eine fast unwirkliche Atmosphäre in der Dornensavanne der Region. Unser Guide erklärt uns ausführlich die Geschichte der Volksstämme in Namibias Nordwesten, an der Grenze zwischen Damaraland und Kaokefeld. Wir erfahren Einiges über die Zusammensetzung der Familien, die Arbeitsteilung der Männer und Frauen und vor allem über den kulturellen Wandel, mit dem nicht nur die Himba konfrontiert werden. Eine festgelegte Anzahl an Kindern muss beispielsweise die staatliche Schule besuchen und wird dort ausgebildet wie jeder Schüler Namibias. Die restlichen Kinder bleiben bei den Eltern und erlernen die traditionelle Kultur und Lebensweise.

Himba in NamibiaAls wir im Dorf ankommen, werden wir bereits erwartet. Man begrüßt uns freundlich per Handschlag und zeigt uns bereitwillig die Feuerstellen, Hütten und die Essenszubereitung. Wir bekommen den von den Frauen getragenen Schmuck erklärt, der viel über das Alter und den Stand des Mädchens bzw. der jungen Frauen erklärt. Wir dürfen Fotos machen, so viel wir wollen – das hat unser Guide zuvor sichergestellt. Trotzdem ist uns nicht ganz wohl dabei, die Himba einfach so “abzufotografieren”. Ich zeige ihnen meine Fotos auf dem Kameradisplay und begeistere vor allem die kleinen Kinder damit. Sie sind sehr neugierig und interessiert. Meine Tochter holt ihr Handy heraus und sofort wollen die Kleinen sehen, was es darauf zu sehen gibt…

Unser Guide bittet einzelne Himbafrauen, uns zum Beispiel zu zeigen, wie sie sich pflegen und mit einer Paste aus zerriebenem Ocker, Kräutern und Butterfett eincremen, um Ihre Haut vor der Sonne und vor der Austrocknung zu schützen. Ich setze mich ein bisschen zur Seite und versuche Fotos aus der Distanz zu machen. Ich bin gefesselt von der Schönheit der Menschen und von der Freundlichkeit und Ruhe, die uns begegnet.

Himba in NamibiaWir verbringen ein paar Stunden im Dorf und werden schließlich aufgefordert, uns die handwerklichen Erzeugnisse anzusehen, die man Dorf herstellt. Es sind kleine Holzfiguren und wunderschöner, kunstvoller Schmuck aus Holz und Metall. Wer möchte, kann etwas kaufen, wer nicht, bedankt sich und zieht sich zurück. Anschließend übergibt unser Guide die mitgebrachten Speisen und Getränke, die wir als “Eintrittsgeld” in das Dorf im Auto mitgebracht hatten. Alle Frauen setzen sich zusammen und verteilen unter den Augen des Familienoberhauptes die Lebensmittel zu gleichen Teilen. Erst als alle Lebensmittel verteilt sind, verabschieden wir uns vom Dorf.

Nach ein paar Liedern und zwei Tänzen fahren wir davon. Wir sind still und irgendwie ergriffen von dem, was wir erlebt haben. Bei einem gemeinsamen Nachmittags-Snack am Fluss treffen wir weitere Himba-Kinder, die mit einem Esel auf dem Weg zum Dorf sind. Sie freuen sich riesig über ein paar Sandwiches und Süßigkeiten, die wir ihnen gerne schenken.

Für uns ein unvergleichliches Erlebnis. Die Augen der Kinder der Himba in Namibia werden wir nie vergessen. Natürlich ist die Dorfgemeinschaft den regelmäßigen Besuch von Touristen gewöhnt – alle zwei bis drei Wochen kommt eine Gruppe dorthin. Und natürlich bringen wir “westliche” Grundnahrungsmittel und Wasser mit, die ihnen das Überleben etwas erleichtern. Andererseits leben sie dort in einer Einfachheit, die uns total unbekannt ist.

Ich werde wiederkommen. Und ich werde ein paar warme Kleidungsstücke mitbringen, die die Kinder hoffentlich wärmen, wenn es im Winter nachts auf den Gefrierpunkt abkühlt. Und ich hoffe, ich kann mich an das ein oder andere Familienmitglied erinnern, das ich dieses Jahr dort gesehen habe. Und ich werde ein paar Fotos mitbringen, um mich bei Ihnen für den eindrucksvollen Tag bei ihnen zu bedanken.

 Wir danken Anne und Harald Braun von African Dreamtravel die die Tour für uns organisiert haben. Sie hat unsere Eindrücke von Namibia wesentlich bereichert und wird lange in unserem Gedächtnis bleiben.

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