Herzlich Willkommen bei unserem Primatenführer Ost Afrika

PrimatenführerEine der wohl eindrücklichsten Möglichkeiten, die faszinierende Tierwelt Afrikas zu erleben, ist ein Besuch bei den Schimpansen und Gorillas in Uganda und Ruanda.

Um Ihnen die entsprechenden Information zu Hand zu geben, haben wir unseren Primatenführer Ost Afrika herausgebracht.

Zu den Menschenaffen gehören neben den Gorillas auch die Gemeinen Schimpansen, die Bonobos und die Orang-Utans. Mit einer 98,8-prozentigen Übereinstimmung des genetischen Fingerabdrucks stellen Schimpansen im gesamten Tierreich diejenige Spezies dar, welche mit dem Menschen die engste Verwandtschaft aufweist. Auf einer abenteuerlichen Wanderung durch einige der urwüchsigsten Waldlandschaften des afrikanischen Kontinents bietet sich die einzigartige Gelegenheit zur Beobachtung der seltenen Menschenaffen. Begegnet man diesen faszinierenden Geschöpfen des Urwaldes, so lassen sich erstaunliche Parallelen in Mimik, Gestik und Sozialverhalten erkennen. Im zentralen Afrika ein Gorilla Tracking oder Schimpansen Tracking zu unternehmen, ist in jedem Fall ein ergreifendes und bereicherndes Erlebnis, an das Sie Ihr Leben lang mit Erfüllung und Ehrfurcht zurückdenken werden. Erleben Sie die Silberrücken oder die Schimpansen bei unseren Mietwagenreisen oder Gruppenreisen nach Uganda und Ruanda

Nachstehend finden Sie interessante Informationen in unserem Primatenführer Ost Afrika

Die kritische Lebenssituation der Menschenaffen

Sowohl die Gorillas, als auch die Schimpansen sind in ihrem Fortbestand stark gefährdet. Nicht nur die fortschreitende Rodung der Regenwälder im zentralen Afrika, sondern auch die Ausweitung menschlichen Siedlungsraumes, die Landwirtschaft sowie nicht zuletzt Bürgerkriege in der Vergangenheit haben Schutzmaßnahmen und die Sicherung von Rückzugsräumen der Menschenaffen verhindert.

Primatenführer Ein massives Problem ist nach wie vor die Jagd auf die Tiere. Trotz des Verbots des kommerziellen Handels mit Gorillas durch das Washingtoner Artenschutzabkommen von 1975 erlegen Wilderer Schimpansen und auch Gorillas. Sie stellen den Tieren Fallen oder töten sie, um das Fleisch als "bushmeat" zu verkaufen oder um am Export einzelner Körperbestandteile ins Ausland zu verdienen, wo diese als Wunderheilmittel zum Einsatz kommen sollen.

Auch die Ebola-Epidemie ging nicht spurlos an manchen Gorilla-Populationen vorbei. Der weltweite Gesamtbestand wird heute auf etwa 100.000 Tiere geschätzt, wobei davon die Unterart der Westlichsten Flachlandgorillas noch den größten Anteil stellt.

Gorilla Tracking und Schimpansen Tracking - was bedeutet das?

Trekking oder Tracking? Beide Schreibweisen finden sich im Kontext von geführten Beobachtungstouren zu Gorillas und Schimpansen im zentralen Afrika.
Gorilla Tracking in UgandaAuch wenn die beiden Begriffe zumeist synonym verwendet werden und in gewisser Weise auch beide zutreffend erscheinen, sei hier nur kurz erwähnt, dass sich bei wörtlicher Übersetzung ein kleiner Unterschied ergibt. Während sich "trekking" auf die Fortbewegungsart des Wanderns durchs Gelände bezieht, meint "tracking" (von engl. to track) das Aufspüren von Fährten bzw. Verfolgen von jemandem oder etwas.

Wo sind Schimpansen und Gorilla Beobachtungen möglich?

Die Tiere außerhalb von Zoos und Aufzuchtstationen in freier Wildnis zu erleben, hat einen enormen Seltenheitswert.

Ugandas Nationalparks SchimpanseEine Möglichkeit, den Tieren in ihrer ursprünglichen Umgebung zu begegnen, bietet sich während eines Aufenthaltes in Uganda oder Ruanda. Im Rahmen eines Gorilla Trackings oder eines Schimpansen Trackings erleben Sie unvergessliche Momente inmitten unberührter Natur.

 

 

 

 

 

In Uganda und Ruanda lassen sich die Berggorillas im :

  • Bwindi Impenetrable Nationalpark
  • Mghahinga Gorilla Nationalpark
  • im Parc National des Volcans in Ruanda
  • im Odzala Kokoua Nationalpark in der Republik Kongo
  • in der Demokratischen Republik Kongo DRC im Kahuzi Biega Nationalpark und im Virunga Nationalpark

beobachten.

Auf die Spuren der Schimpansen kann man sich in Uganda und Ruanda im :

  • Kibale Forest Nationalpark
  • im Rwenzori Mountains National Park an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo
  • im ruandischen Nyungwe Forest Nationalpark sowie
  • in der Kyambura Schlucht des ugandischen Queen Elizabeth Nationalparks

begeben.

Jedoch sollte man bei einem Besuch der DRC stets die aktuelle politische Lage im Blick haben, da in östlichen Landesteilen immer wieder Konflikte aufflammen.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Ehe Sie zu diesem außergewöhnlichen Abenteuer aufbrechen, erfolgt ein Briefing mit wichtigen Informationen zum Ablauf und den Verhaltensregeln im Nationalpark.

PrimatenführerDa vorab nicht mit Bestimmtheit gesagt werden kann, wo genau sich die Tiere befinden, sind längere Wanderungen erforderlich. So können Ausflüge durch sehr dicht bewachsenes, schwer zugängliches Gelände oft mehrere Stunden dauern. Die anspruchsvolle Route führt mitunter durch relativ steiles Gelände, weshalb eine gute Kondition erforderlich ist.

Für die Teilnahme am Tracking ist ein Mindestalter von 12 Jahren Voraussetzung - wie auch gesundheitliche Unbedenklichkeit, d.h. es dürfen keinerlei infektiöse Erkrankungen vorliegen (auch keine Erkältung). Sie sind in einer kleinen Ausflugsgruppe mit maximal sechs Personen und dem Begleitteam unterwegs. Wenn Sie sich schließlich einer Gruppe habituierter, d.h. mit menschlichem Besuch vertrauter Affen nähern, symbolisieren Grunzlaute einen Willkommensgruß, welchen die Guides mehrfach erwidern. Somit versichert sich die Gruppe der friedlichen Gesinnung des jeweils anderen.

Eine Stunde haben Sie nun Zeit, um die Gorilla Familie zu beobachten und unvergessliche Bilder von gegenseitiger Fellpflege oder dem Spielen und Toben der Jungtiere aufzunehmen. Dem sozialen Miteinander als Ausdruck ihres Zusammenhalts und ihrer Wertschätzung füreinander widmen die Gorillas einen Großteil ihrer Zeit. Ihr Guide ermöglicht Ihnen bestmögliche Beobachtungsperspektive auf die Tiere und kann gegebenenfalls bei Sichtbehinderung Zweige entfernen.

Während einer Trackingtour lassen sich jenseits des Weges auch andere Affenarten antreffen: Golden Monkeys, Goldmeerkatzen, zählen ebenso zu den stark bedrohten Arten, welche in den Bambuswäldern rings um die Virunga-Vulkane (im Dreiländereck Uganda /Ruanda/DRC), sowie im Gishwati Forest Reserve und im Nyungwe Nationalpark (letztere beide Ruanda) leben.

Ablauf und Verhalten unterwegs

Um einen reibungslosen Ablauf eines Gorilla oder Schimpansen Trackings zu gewährleisten, ist während des gesamten Ausfluges unbedingt den Anweisungen der Guides Folge zu leisten.

Diese haben Erfahrungen mit dem Verhalten der Tiere und kennen ihre Bedürfnisse. Bleiben sie stets hinter Ihrem Trackingleiter und in der Gruppe zusammen. Packen Sie Ihren Rucksack so, dass Sie rasch auf Ihre Kamera zugreifen können. Sobald Sie in die Nähe der Tiere gelangen, müssen die Gepäckstücke abgelegt werden.

Während das Begleitteam Ihr Gepäck bewacht, nähern Sie sich den Gorillas ausschließlich mit Ihren Kameras. Blitzlicht und Stative sind für die Aufnahmen nicht gestattet. Aufgrund der Ähnlichkeit mit Waffen können die länglichen Apparaturen die Tiere verschrecken. Schützen Sie Ihr Gepäck und Ihre Kamera vor Feuchtigkeit, denn das tropische Klima bedingt nicht selten starke Niederschläge.

Im Umkreis von 200 Metern zu den Tieren ist Essen, Trinken und Rauchen untersagt. Auf letzteres sollte während der gesamten Tour verzichtet werden. Müll (auch Biomüll) muss in jedem Fall wieder mitgenommen werden. An den Parkeingängen befinden sich WCs mit der Gelegenheit zum Händewaschen. Papier und Desinfektionsmittel sollten Sie selbst stets dabei haben. Falls Sie während des Trackings die Buschtoilette aufsuchen müssen, geben Sie dem Guide ein kurzes Zeichen, damit die Gruppe auf Sie wartet.
Für das dominante Männchen der Gruppe (Alphamännchen), welches meist der Silberrücken ist, müssen Sie während der Beobachtungen stets sichtbar bleiben. Andernfalls könnten Sie vom Oberhaupt der Gruppe als Bedrohung wahrgenommen werden.

Beim Gorillatracking ist ein Sicherheitsabstand von mindestens sieben Metern zu den Tieren einzuhalten, beim Besuch der Schimpansen sind acht Meter festgelegt. Nicht selten nähern sich die Tiere jedoch neugierig ihren Besuchern an. In diesem Fall gilt es, eine unterwürfige, geduckte Haltung einzunehmen und den Blick zu senken. Blicken Sie ihnen nie direkt in die Augen und vermeiden Sie hektische Bewegungen.

Berühren Sie die Tiere nicht, insbesondere nicht die Jungtiere. Dies kann den Beschützerinstinkt der Männchen provozieren und zu Verteidigungsreaktionen führen.

Unter Beachtung der Verhaltensregeln wird der Besuch bei den Schimpansen und Gorillas ein unvergessliches Lebens-Ereignis. Mit diesen bewegenden und emotional ergreifenden Erlebnissen, bleibenden Fotoerinnerungen und einem Abschluss-Zertifikat im Gepäck kehren Sie von Ihrem Abenteuer zurück.

Erwerb von Besucher-Permits

Um die Gästezahlen in den Nationalparks im Rahmen zu halten, wird nur eine streng limitierte Anzahl von Lizenzen durch die Nationalparkbehörden ausgestellt.

Das Wohl der Tiere steht an erster Stelle; dieses soll nicht durch eine zu hohe Besucherfrequenz beeinträchtigt werden. Die Permits müssen zeitig im Voraus (mind. sechs Monate) beantragt und die entsprechenden Gebühren entrichtet werden. Je nach Land, Nationalpark und Saison fallen diese unterschiedlich aus. Die Einnahmen kommen dem Schutz der Tiere zu Gute, indem lokale Ranger, Forscher und Tierärzte bezahlt, die Sicherung der Nationalparks gewährleistet sowie die Bewohner umliegender Dörfer in Maßnahmen zum Tier- und Umweltschutz eingebunden werden.
Besuchsmöglichkeiten für Gorillas in Uganda stellen der Bwindi Impenetrable Nationalpark sowie der Mgahinga Nationalpark dar. Die Permits für Gorillabeobachtung kosten derzeit ca. 600 US-Dollar. Im Bwindi Nationalpark wird während der regenreichen Monate April, Mai und November eine ermäßigte Gebühr erhoben (450 US-Dollar). Die Kosten der Permits für Schimpansenbeobachtung liegen in Uganda bei ungefähr 150 US-Dollar.
Mit 750 US-Dollar ist der Erwerb von Permits für Gorillabeobachtung in Ruanda (z.B. im Volcanoes Nationalpark) zwar wesentlich teurer, aber das Auffinden der Tiere im Areal auch leichter und die Pfade gestalten sich weniger anspruchsvoll. Um Permits für Schimpansenbeobachtung in Ruanda zu erwerben, ist eine Gebühr von ca. 90 US-Dollar zu entrichten.
Im Virunga Nationalpark (Berggorillas) und im Kahuzi Biega Nationalpark (Flachlandgorillas) der Demokratischen Republik Kongo betragen die Kosten der Permits für Gorillabeobachtung derzeit je nach Saison 350 (Regenzeit) bis 400 US-Dollar, die Permits für Schimpansenbeobachtung im Virunga Park liegen bei 100 US-Dollar.

Beste Reisezeit für ein Gorilla Tracking oder Schimpansen Tracking

Generell ist ein Schimpansen- oder Gorillatracking in den Schutzgebieten Ugandas und Ruandas das ganze Jahr über möglich.

Falls Sie während der niederschlagsreichen Monate von März bis Mai (große Regenzeit) oder von Oktober bis November (kleine Regenzeit) reisen, sollten Sie sich darauf einstellen, dass die Pfade stärker aufgeweicht sein können. Dies kann das Wandern durchs Dickicht der Urwälder erschweren. Für Fotografen hat die Regenzeit allerdings den Vorteil, dass auch die Kulisse, vor der Sie die anmutigen Tieren portraitieren, wesentlich grüner ist und somit die "Dschungel-Stimmung" besonders reizvoll eingefangen werden kann.

Durch den zumeist wolkenbedeckten Himmel ergeben sich ausgeglichene Lichtverhältnisse, die den oftmals störenden Schattenwurf auf die Tiere durch Bäume und Sträucher minimieren. Empfehlenswert sind die Monate der Nebensaison Februar und September, wenn die Besucherzahlen niedriger sind.

Gorilla Informationen

Eine besondere Faszination geht auch von den hauptsächlich am Boden lebenden Gorillas aus.

uganda reise mit mietwagen gorillababy--Die Übereinstimmung des genetischen Fingerabdrucks der Gorillas mit dem des Menschen beträgt 98,4 Prozent. Ihre Heimat sind die Urwälder, Gebirge und Sümpfe in den Ländern des äquatorialen Afrikas. Im Laufe der Evolution haben sich vor rund ein bis anderthalb Millionen Jahren aufgrund räumlicher Trennung der Populationen verschiedene Arten herausgebildet.

Man unterscheidet den Westlichen Gorilla mit den Unterarten Westlicher Flachlandgorilla (Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Äquatorialguinea, Gabun, Republik Kongo, Angola) und Cross-River-Gorilla (Grenzregion zwischen Nigeria und Kamerun) sowie den Östlichen Gorilla mit den Subspezies Östlicher Flachlandgorilla (ausschließlich in der östlichen Demokratischen Republik Kongo) und Berggorilla (DR Kongo, Ruanda, Uganda). Am stärksten von allen vier Unterarten gefährdet sind die Cross-River-Gorillas, deren Bestand auf nur noch 250-300 Tiere geschrumpft ist. Doch auch die anderen Gorilla-Unterarten sind einer starken Bedrohung ausgesetzt, alle befinden sich auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN).

primatenführerDie Gründe dafür liegen zum einen in der massiven Rodung der Wälder, wodurch die Tiere ihre Lebensräume und Nahrungsgrundlage verlieren. Ein gravierendes Problem stellt zum anderen die Wilderei dar, welcher jedes Jahr viele der friedliebenden Menschenaffen zum Opfer fallen.
Mit einem Körpergewicht von bis zu 200 Kilogramm (in Gefangenschaft wurden bis zu 350 Kilogramm beobachtet) und einer Höhe von bis zu 1,75 Meter bieten ausgewachsene männliche Gorillas ein überaus eindrucksvolles Erscheinungsbild. Die Weibchen werden oft maximal nur halb so schwer und sind deutlich kleiner. Im Vergleich zu den Westlichen Gorillas wirken die Östlichen Gorillas hinsichtlich ihres Körperbaus stämmiger und sind insgesamt auch schwerer.

Bis auf den Menschen besitzen alle Hominiden, zu denen auch die Schimpansen und Orang-Utans zählen, deutlich längere Arme als Beine. Während die Fellfärbung bei den Westlichen Gorillas einen bräunlichen Schwarzton annehmen kann, haben die Östlichen Gorillas zumeist ein tiefschwarzes Fell. Bei älteren Männchen nimmt die Rückenbehaarung eine gräuliche Farbe an. Daher rührt auch die charakteristische Bezeichnung "Silberrücken". Dieses ältere Männchen ist als dominantes Tier das Oberhaupt einer Gorilla-Gruppe und pflanzt sich als einziges mit den Weibchen des Harems fort, auch wenn innerhalb der Gruppe noch mehr Silberrücken und nicht erwachsene männliche Mitglieder ("Schwarzrücken") leben.

Die geselligen Tiere leben zumeist in Gruppen von bis zu maximal 40 Individuen zusammen. Lediglich nachdem junge Männchen ihre Geburtsgruppe verlassen haben, ziehen sie als Junggesellen eine Weile alleine umher, ehe sie einen Harem junger Weibchen um sich scharen, die ebenfalls ihre Geburtsgruppe verlassen haben oder das dominante Männchen einer bestehenden Gruppe herausfordern. Gorillas sind im Grunde reine Vegetarier, die sich vor allem von Blättern ernähren, mit denen sie zugleich ihren Flüssigkeitsbedarf decken. Zeitweilig nehmen sie jedoch auch Früchte zu sich.

Um ihren Energiehaushalt im Gleichgewicht zu halten, verbringen die Tiere einen großen Teil des Tages mit ausgedehnten Ruhephasen und der Aufnahme von Nahrung. Diese finden sie sowohl auf den Bäumen, als auch auf dem Waldboden. Lediglich die Berggorillas erscheinen weniger kletterfreudig und verbringen die Zeit für gewöhnlich im Unterholz der bewachsenen Gebirge in Höhen von bis zu 4000 Metern. Im Vergleich zu den Flachlandgorillas haben sie eine längere und dichtere Körperbehaarung, welche ihnen besseren Schutz vor der Kälte in großen Höhen ermöglicht. Im Gegensatz zu den Schimpansen bewohnen Gorillas keine Savannenlandschaften, sondern suchen das Dickicht der Regenwälder als Refugium auf.

Als tagaktive Tiere beginnen sie nach Sonnenaufgang mit einer ersten Frühstücksmahlzeit, um anschließend bis zur späteren Mittagszeit zu rasten, ehe sie sich erneut auf Futtersuche begeben. Abends bereiten sich die Tiere stets ein neues Nest aus Zweigen und Blättern im Geäst oder auch am Boden. Ähnlich den Schimpansen pflegen die Gorillas eine komplexe Verständigung untereinander über Körperhaltungen, Gestik, Minenspiel und Laute. Mit Hilfe dieser Sprache drücken sie ihre Beziehungen zueinander aus und offenbaren Emotionen. Ein tiefes, langgezogenes Grunzen steht beispielsweise für Wohlbefinden und wird auch von den Tourguides auf Gorilla Tracking Touren gerne imitiert, um die friedliche Besuchsabsicht zu unterstreichen. Knurren und Grunzen in Verbindung mit Zähnefletschen hingegen ist eine Abwehrgeste bzw. Drohgebärde. Körperliche Attacken vermeiden die Tiere normalerweise; Aggression (z.B. bei Revierstreitigkeiten) wird durch lautstarkes Gebrüll und diverse Kraftdemonstrationen wie aufrechtes Stehen oder mit Zweigen auf den Boden schlagen zum Ausdruck gebracht, um so den Gegner einzuschüchtern und zu vertreiben. Das berühmte auf dem Brustkorb Trommeln zeigen nicht nur Männchen als Kraftdemonstration, sondern hat je nach Kontext auch andere Bedeutungen, von denen ebenso weibliche Tiere Gebrauch machen.

Ein bemerkenswertes Verhalten, das sich ebenfalls bei anderen Menschenaffen feststellen ließ, ist die Nutzung von Werkzeugen. So wurde beispielsweise beobachtet, wie Gorillas Holzstücke dazu verwenden, um sie als Brücke über sumpfiges Gelände oder Wasserläufe zu nutzen. Ausgewachsene Gorillas haben keine natürlichen Feinde. Die Bedrohung ihrer Art geht von anderen Gefahren aus, deren Verursacher der Mensch ist.

Schimpansen Informationen

Schimpansen sind im zentralen Afrika beheimatet und kommen sowohl in den Regenwäldern als auch in den Savannengebieten in Senegal, Gabun, Kamerun, Guinea, Elfenbeinküste, Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo, Uganda, Ruanda und Tansania vor.
Ugandas Nationalparks SchimpanseAufrecht stehend erreichen Schimpansen eine beachtliche Größe bis zu etwa 1,70 Meter. Auffallend ist, dass die Männchen wesentlich größer und schwerer sind. Sie erreichen mitunter ein Gewicht von 35 bis 70 Kilogramm, wohingegen die Weibchen nur zwischen 25 und 50 Kilogramm auf die Waage bringen.

Die Arme der Schimpansen sind deutlich länger als ihre Beine. Geschickt können sie sich mit ihnen durchs Geäst hangeln und so auch an Früchte in den hoch gelegenen Baumwipfeln gelangen. Auf dem Boden bewegen sich die tagaktiven Tiere im Knöchelgang fort.

Für die Nachtruhe wird jeden Abend ein neues Nest aus Blättern in den Ästen der Bäume errichtet. Die hochintelligenten Wesen leben in Großgruppen von bis zu 80 Tieren, welche sich in lose Untergruppen mit gewöhnlich weniger als zehn Tieren gliedern. Zumeist werden die Verbände von einem dominanten Männchen angeführt. Schimpansen verfügen über ein ausgeprägtes Sozialverhalten und komplexe Kommunikationsstrukturen.

Die Verständigung der Gruppenmitglieder untereinander erfolgt über ein breites Repertoire an Gesten, Bewegungsabläufen, Mimik und Lauten. Der Zusammenhalt und die hierarchische Struktur spiegeln sich in der gegenseitigen Fellpflege der Individuen wider. Diese Form der Zuwendung wird als "Grooming" bezeichnet und nimmt einen wichtigen Teil des alltäglichen Miteinanders ein.

Auch wenn der Speiseplan hauptsächlich pflanzliche Kost umfasst, sind Schimpansen Omnivore, also Allesfresser, die gelegentlich Insekten verzehren oder kleine Säugetiere jagen. Bekannt ist auch der Gebrauch von Werkzeugen wie Stöcken, um Termiten aus den Gängen ihrer Hügel zu angeln. In Verhaltensstudien ließ sich feststellen, dass Schimpansen (zum Beispiel bei der Nahrungsbeschaffung) kooperativ zusammenarbeiten. Dabei ergab sich auch, dass manche Tiere ihre Artgenossen bewusst austricksten, um die Futterbelohnung für sich alleine zu gewinnen. Derartiges Verhalten wurde daraufhin von der Gruppe oder dem dominanten Männchen sanktioniert.

Schimpansen verfügen nicht nur über ein breites Spektrum emotionaler Ausdrucksfähigkeit und sind zu planendem Denken in der Lage, sondern entwickeln in ihren jeweiligen Gruppen eine individuelle Kultur. So sind sie in der Lage, durch Beobachtung (z.B. bei der Nahrungsbeschaffung) voneinander zu lernen oder sogar Wissen über das Unschädlichmachen von Wilderer-Fallen weiterzugeben.

Viele der erstaunlichen Erkenntnisse über die intelligenten Geschöpfe gehen auf die jahrzehntelangen engagierten Studien der britischen Verhaltensforscherin Jane Goodall zurück, die sich den Schutz der Umwelt und der Tiere, insbesondere der Schimpansen, zur Lebensaufgabe gemacht hat.