Mobile Zeltsafari im Moremi Game Reserve in Botswana

Mobile Safari im Moremi Game Reserve

Mobile Safari im Moremi Nationalpark – Reisebericht

Unser Kunde Jörg Eberhard hat einen Bericht über seine Mobile Safari im Moremi Game Reserve geschrieben.

Bei dieser Safari waren wir vier Tage in einer anderen Welt

Es gibt nicht viele Fluss-Deltas, die nicht am Meer, sondern im Landesinneren enden – sogenannte Binnendeltas. Der Okavango ist so ein Beispiel. Entsprungen in Angola als Cubango durchquert er Namibia im Caprivi-Zipfel und verlässt Namibia bei Mohembo Richtung Botswana. Dort breitet er sich schließlich nach rund 100 km im Norden Botswanas in ein riesiges Delta aus und versickert im Kalahari-Becken in seinem eigenen Sand, den er über die Jahrtausende mitgeschleppt hat.

Gamedrive bei der Mobile Safari im Moremi Game ReserveIn der Trockenzeit, in der der Fluss vor dem Delta nur knapp einen Meter Wasserstand hat, selten breiter als 100 m ist und sehr langsam fließt, ist das Delta mit seinen Rinnsalen und ca. 15.000 Quadratkilometern Ausdehnung vergleichsweise klein. Zum Ende der Regenzeit umfasst das überschwemmte Gebiet ca. 25.000 Quadratkilometer, das entspricht in etwa der Größe Mecklenburg-Vorpommerns.

Wir wollten das von der Unesco geschützte Gebiet des Okavango-Deltas mit seiner Artenvielfalt und unvergleichlichen Natur unbedingt intensiv erleben und entschlossen uns auf Empfehlung von Anne und Harald Braun von African Dreamtravel zur Teilnahme an einer Camp Safari im Moremi Game Reserve, einem Teil dieses ganz besonderen Ökosystems. Es ist von Maun, einer lebendigen Kleinstadt am Südrand des Nationalparks, aus recht gut und leicht zugänglich. Wir haben diese Safari im Anschluss an unsere Selbstfahrerreise durch Botswana unternommen.

Die Nacht zuvor verbringen wir in der empfehlenswerten Tamalakane Lodge. Unser Gepäck lassen wir an der Rezeption zurück. Es wird von einem zweiten Fahrzeug später abgeholt und zum Camp gebracht. Unser Auto bleibt für die Zeit des Mobile Camps ebenfalls auf dem Gelände der Lodge.

Wir werden von unserem Guide Mudumo mit einem offenen Safari-Fahrzeug abgeholt. Nach einer gemütlichen, aber aufgrund von nicht enden wollenden Waschbrettpisten etwas holprigen Anreise von ca. 2 Stunden erreichen wir das erste Tor und durchqueren daraufhin zunächst das Sankuyo Community Trust Sperrgebiet bevor wir nach einer weiteren Stunde am Moremi South Gate ankommen. Dort registrieren wir uns und beginnen sofort mit der “Schleichfahrt”. Unser Guide kennt den Moremi seit Jahren. Er ist schon jeden kleinen Weg im Park entlanggefahren – und davon gibt es reichlich. Immer wieder lehnt er sich rechts aus dem Auto und blickt konzentriert nach unten in den Sand. Er sieht genau, welches Tier hier wann und in welcher Richtung entlanglief. Er erkennt, ob es sich um weibliches oder männliches Tier handelt und daran, dass etwas Sand über die Spur geweht wurde, dass die Spur vom Vortag stammt… Und dann blickt er plötzlich in die Ferne und erkennt in Hunderten von Metern Entfernung ein Wildtier, das er uns sofort näher zeigen möchte.

Nach rund 40 km und unzähligen kleinen Nebenwegen, die zum Teil nicht als solche erkennbar waren, vielen Stopps, häufigem Dinner bei der Mobile Safari im Moremi Game ReserveUmkehren und erneut Entlangfahren, haben wir bereits so ziemlich alles Großwild und viele kleinere Tiere sowie eine Vielzahl an Vögeln im Park gesehen: Elefanten, Giraffen, Hyänen, Warzenschweine, Impalas, Springböcke, Wasserböcke, Riedböcke, Kudu, Kuhantilopen, Nilpferde, Zebras, Gnus, Büffel, Schakale, Schildkröten, Krokodile sowie verschiedene Greifvögel wie Fischadler, Reiher, Störche, Milane, Bussarde,…

In der Nähe der Second Bridge liegt unser Camp. Als wir kurz vor Sonnenuntergang eintreffen, stehen bereits drei Zelte, ein Duschzelt und ein Toilettenzelt aufgebaut da. Die beiden Begleiter, die zuvor unser Gepäck abgeholt hatten, haben bereits auf dem offenen Feuer ein schmackhaftes Abendessen zubereitet, der Tisch ist eingedeckt und sie erwarten uns mit einem Glas Rotwein. Wir bestehen darauf, dass mit uns zusammen am Tisch zu Abend essen. Als wir nach einem wundervollen Abendessen später müde ins Zelt gehen, hören wir die Löwen und Hyänen in der Nähe. Unser Guide macht einen letzten Rundgang ums Camp und wir schlafen tief und fest.

Morgens um kurz nach 5 Uhr werden wir geweckt. Unser Guide schenkt uns warmes Wasser in das mobile Waschbecken, sodass wir uns schnell frisch machen können. Das Frühstück ist vorbereitet mit frisch gegrilltem (!) Toast, Müsli, Joghurt, Marmelade, heißem Kaffee und Wasser für Tee. Alles da! Schnell wird es am Horizont hell und unser Guide wird langsam ungeduldig. Mit den ersten Sonnenstrahlen sitzen wir schon im Safarifahrzeug und finden sehr schnell die ersten Löwen, die in der Morgensonne miteinander schmusen. Später sehen wir Hyänen und zur großen Freude unseres Guides aus nächster Nähe ein großes Rudel Wildhunde bei Ihrer Jagd auf Impalas – eine extreme Seltenheit in der Kalahari.

So verbringen wir vier volle Tage im Nationalpark – morgens eine Tour, mittags ein gutes Mittagessen im Camp, etwas Ruhe und dann am Nachmittag eine weitere Ausfahrt. Abends gibt es fantastische Menüs unseres Kochs – unglaublich, was er auf dem offenen Feuer und in einem selbst gegrabenen “Erdofen” im Sand so alles zaubern kann. In den 4 Tagen im Delta fahren wir das gesamte Gebiet nördlich und westlich der 1. Bridge bis zur 4. Bridge ab: Xakanaxa, Chief’s Island, Dead Tree Island, Mboma, Lechwe Pan, Hippo Pool, Maya Pan.

Der Moremi Nationalpark ist aufgrund seines Tierreichtums und seiner abwechslungsreichen Natur extrem beeindruckend. Oft fährt man erst an schilfgesäumten und mit Papyrus bestandenen Tümpeln vorbei (inklusive Nilpferden und Krokodilen), dann sieht man Inseln mit Palmen und nach 5 km befindet man sich in der Trockensavanne. Dann wieder dichte, grüne Wälder gefolgt von total abgestorbenem, trockengefallenem Land mit Baumskeletten. Und immer wird man von einer Vielzahl farbenfroher Vögel begleitet.

Wir danken African Dreamtravel, Anne und Harald Braun für die perfekte Organisation der Mobile Safari im Moremi Game Reserve

Nachdem wir zuvor die Tierwelt Namibias (Etosha, Mahango und Bwabwata Nationalparks) kennenlernen konnten, war der Moremi Nationalpark für uns eine beeindruckende “Ergänzung”. Unser ganz herzlicher Dank gilt unserem Guide Mudumo und den beiden Köchen für Ihre Zeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Professionalität.

Eine Mobile Safari im Moremi Game Reserve ist ein eimaliges Erlebnis und auf jeden Fall zu empfehlen.

 

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