Die Felsenkirchen im Tigray
Felsenkirchen-im-Tigray-Aussicht

Auf unserem Location Check in diesem Jahr haben wir einige der Felsenkirchen im Tigray besucht.

Von Axum aus fahren wir bei unserer Äthiopien Reise heute Richtung Tigray Region in die Gheralta Berge um die Felsenkirchen im Tigray zu besichtigen. Auf meist glatten, gut ausgebauten Straßen fahren wir Kilometer um Kilometer. Wie immer sind die Fahrzeiten nicht zu vergleichen mit den Fahrzeiten in Deutschland. Für die knapp 200 km brauchen wir ungefähr 4 Stunden. Ab der Überquerung des Tekeze River, befindet wir uns in der Tigray Region. In der Tigray Region hat das Christentum zuerst Fuß gefasst entlang der Achse Asmara – Axum vom Roten Meer her. Wenn wir  jetzt von Adigrat nach Süden fahren, erreichen wir in eine Region in der es ca. 120 Kirchen und Klöster gibt. Viele von ihnen sind auf Berggipfeln oder an unzugänglichen Bergflanken in Höhlen errichtet worden.

Felsenkirchen im Tigray - Straße

Es dauert nun nicht mehr lange, bis wir die Korkor Lodge erreichen. Sie ist neu erbaut und liegt wunderschön direkt am Bergkamm der Gheralta Berge. Von hier aus lassen sich Ausflüge in die naheliegenden Gheralta Berge und in die Felsenkirchen im Tigray unternehmen. Für Fotografen ist das Gebiet ein absoluter Traum. Der Besitzer der Lodge ist ein Schweizer Staatsbürger und führt die Lodge so wie man es erwartet. Sauber, klasse Essen, Super Service. Eben so wie es sein soll.


Der Besuch der Felsenkirchen im Tigray

Am nächsten Tag fahren wir zur Besichtigung der Felsenkirchen. Wann genau die Kirchen entstanden sind und vor allen Dingen warum wird noch immer erforscht. Die meisten Historiker gehen heute vom 9. bis 14. Jahrhundert aus. Die Abgeschiedenheit der Kirchen wird größtenteils damit erklärt, dass sie als Rückzugsstätten für Eremiten und Mönchen gebaut wurden um sich so vor Angriffen zu schützen im Zusammenhang der Verbreitung des Islams.

Da Anne immer noch Probleme mit Ihren Knien hat haben wir zwei Kirchen ausgesucht die relativ leicht zu besichtigen sind. Bei dem Ort Wukro biegen wir von der Hauptstraße auf eine Piste ab. An einem Haus halten wir an und ein Kind steigt in unser Fahrzeug der als Lotse dient. Er führt uns zur ersten Kirche – der Kirche Petrus & Paulus. Nach ein paar Kilometern müssen wir unser Fahrzeug stehen lassen da der Weg zu schlecht wird. Wir laufen noch ein paar Meter und erreichen einen Baum unter dem einige Menschen sitzen. Davon ist einer der Priester der Kirche.  In den Bergen eingebaut sehen wir eine kleine Kirche dir nur durch eine Art Gerüst oder Treppe zu erreichen ist. Die Konstruktion ist abenteuerlich. Über dieses Gerüst steigen wir zur Kirche auf. Immer wieder helfen uns Kinder und Jugendliche bei dem Aufstieg. Natürlich erhoffen sie sich ein kleines Trinkgel für die Hilfe. Zu meiner Überraschung ist Anne auch beim Aufstieg dabei.

Felsenkirchen-im-Tigray-Aufstieg

Oben angekommen erholen wir uns kurz vom Aufstieg. Anschließend treten wir in die Kirche ein und befinden uns erstmal in einem kleinen Vorraum in dem sich bei den Gebeten die Gläubigen aufhalten. Durch eine schmale niedrige Türe gehen wir in den kleinen Kirchenraum. Der Kirchenraum erstreckt sich in den Fels hinein. Man kann nicht erkennen ob es sich um eine natürliche Höhle oder um eine von Menschenhand geschaffene Öffnung handelt. Der Priester erklärt uns die Malereien die im oberen Bereich der Kirche angebracht sind. Diese sind aus dem 16. Jahrhundert und mittlerweile restauriert .Wir halten uns noch ein wenig in dem kleinen Kirchenraum auf und bestaunen die Fresken. Als wir die Kirche verlassen sehen wir eine offene Höhle mit einigen menschlichen Knochen und Schädeln die wohl von Mönchen stammen.


Die Kirche Abreha Atsbeha

Die nächste der Felsenkirchen im Tigray liegt etwa 15 Kilometer westlich der Staatsstraße 1. Der Besuch der Kirche Abreha Atsbeha ist ohne Klettern möglich.  Sie ist in eine grandiose rote Sandsteinlandschaft hineingebaut. Die Kirche ist zwei axumitischen Königen gewidmet unter denen den Legenden nach das Christentum in Äthiopien Einzug gehalten haben soll. Abrehe ist übersetzt “der das Licht brachte”, Atsbeha bedeutet “der die Morgenröte brachte”. Laut der kirchlichen Schriften soll das Bruderpaar die Kirche im vierten Jahrhundert erbaut haben. Untersuchungen von Wissenschaftlern haben ergeben, dass diese und auch die weiteren Felsenkirchen im Tigray erst in der Zeit des 11. – 13. Jahrhundert entstanden sind.

Wir betreten die Kirche durch eine riesige Holztür und erreichen das säulengetragene Innere. Die Kirche ist halbmonolitisch, das heißt, ein Teil wurde aus einer Felsnase im Sandstein herausgearbeitet, während der Vorbau gemauert ist. In den 30er Jahren wurde die Kirche von Italienern saniert und ausgebessert, nachdem es größtenteils zerstört war. Dank ihrer Arbeit können wir auch heute noch den säulengestützten Innenraum mit den gut erhaltenen Fresken besichtigen. Durch schwere Vorhänge und Schließen der Türen achten die Priester darauf, dass nur wenig Licht in den Raum kommt und die immer noch kräftig leuchtenden Farben möglichst erhalten bleiben.

Wir entdecken den hl. Georg auf seinem Schimmel, den Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Wir entdecken auch die Kreuze und Ornamente, die in die gewölbte Decke eingearbeitet sind. Leider jedoch hat die Kirche mit Feuchtigkeit zu kämpfen, was bei dem Sandstein schwer zu beheben ist. Liebhaber von Türen kommen bei dieser Kirche wirklich auf ihre Kosten.

Felsenkirchen-im-Tigray-Abreha-Atsbeha-1

Nach der Besichtigung der Kirche fahren wir weiter zu unserem nächsten Ziel – Das Abenteuer ERTA ALE Besteigung und die Schwefelwüste Dallol.

 

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