Eine Erta Ale Besteigung ist ein Erlebnis der besonderen Art
Erta Ale Besteigung

Unsere Erta Ale Besteigung – eine Grenzerfahrung

Eine Sache vorab, die Erta Ale Besteigung war eines der extremsten und anstrengensten Dinge die wir bisher in unserem Leben erlebt haben – aber auch eines der eindrucksvollsten und schönsten.

Erta Ale bedeutet bei den Afar „der rauchende Berg“, aber der Erta Ale ist ein Vulkan der besonderen Art. Einer der wenigen aktiven Vulkane auf der Welt die man ohne Absperrungen oder Restriktionen hautnah erleben kann.

Die Gegend um den Vulkan ist absolut menschenfeindlich. Sie gehört zu den heißensten Stellen der Erde. Temperaturen von über 55 Grad sind hier keine Seltenheit. Außerdem findet man hier keinerlei Infrastruktur. Unterkünfte gibt es hier keine. D.h. wenn man eine Erta Ale Besteigung erleben will gibt es nur die Möglichkeit des Campens. Menschen die sich auf diese Abenteuer einlassen müssen einige Abstriche im Bezug auf Komfort auf sich nehmen. Dazu gehört das das duschen für 2 Tage nicht möglich ist.

Wir treffen uns in Mekele mit unserem Koch der mit 2 Gehilfen die Tour mit uns fährt. Der Koch ist bei allen unseren Erta Ale / Dallol Touren dabei. Ein sehr professioneller Koch der unseren Gästen jedesmal ein lächeln ins Gesicht treibt wenn er das Frühstück, das Mittagessen oder Abendessen zubereitet. Bei dem was er auf seinen 2 Gaskochern zaubert kann sich manche Hotelküche ein Beispiel nehmen.

Wir starten mit unseren 3 Allrad Fahrzeugen Richtung Erta Ale Besteigung. In Hamedela machen wir einen kleinen Coffebreak. Anschließend fahren wir über Asphaltstrasse weiter Richtung Erta Ale. Die Gegend wird immer unwirklicher – und heißer. In Mekele starten wir bei 35 Grad. Das Außenthermometer steigt kontinuirlich. 37 – 39 – 40 – 43 – 45 Grad.

Erta Ale Besteigung

In der Nähe des Erta Ale erreicht das Thermometer 49 Grad. UM 16:00 Uhr !!! Irgendwann wird die Straße zur Schotterpiste. In der Ferne können wir schon den rauchenden Vulkan sehen. Doch trotzdem ist es noch einiges zu fahren.

Erta Ale Besteigung

Von der Schotterpiste aus fahren wir mit unserem 4×4 über erkaltete Lavafelder. Die Fahrt über die Lavafelder scheint kein Ende zu nehmen. Nach 1,5 Stunden Off Road erreichen wir das Base Camp. Das Base Camp besteht aus teilweise zerfallenen Steinhütten. Teilweise mit einem Dach aus Plastikplanen. Teilweise besteht das Dach aus einer Astkonstruktion.

Erta Ale Besteigung

Was mir negativ aufstößt ist der Müll der dort von zahlreichen Touristen hinterlassen worden ist. Hunderte von Plastikflaschen die achtlos in die Natur geworfen worden sind. Hier arbeiten wir bereits an einem Konzept damit dieses Problem für die Zukunft gelöst werden kann.

Unser Koch hat in der Zwischenzeit die Tische und Stühle aufgestellt und serviert einen kleinen Snack, Kaffee, Tee und Erfrischungsgetränke damit wir uns vor der Erta Ale Besteigung stärken können. So richtig kann ich nicht essen. Zu groß sind die Bedenken das Anne und ich die Strapazen des Aufstiegs nicht schaffen.

Erta Ale Besteigung

Zur Sicherheit haben wir 3 Kamele gebucht die zur Not genutzt werden können falls einer von uns den Aufstieg nicht schafft. Normalerweise braucht man für den Aufstieg 4 Stunden für die 9,5 km und ca. 700 Höhenmeter.

Erta Ale Besteigung

Unsere Karavane startet kurz vor der Dunkelheit. 4 Kamele begleiten uns. Mit einem Kamel wird das komplette Material nach oben gebracht. Auf einem Kamel sitzt einer unserer Gäste. Die 2 weiteren Kamele sind für denjenigen der den Aufstieg nicht zu Fuß schafft. Anne ist motiviert wie immer und möchte es trotz extremen Schmerzen im Knie versuchen den Aufstieg ohne Kamel zu schaffen. Die ersten 2 Kilometer geht es relativ eben über tiefsandige Strecken die uns aber schon mal einiges abverlangen. Hier merkt man schon das wir die letzten Monate keinen Sport gemacht haben. Anne hält sich tapfer und meistert die ersten Kilometer. Langsam aber stetig wird der Anstieg steiler. Wir laufen über erkaltete Lavafelder. Das Licht der Kopflampen leuchtet uns den Weg. Die Pausen die wir einlegen werden immer langer und die Abstände zwischen den Pausen immer kürzer. Nach 2 Stunden muss Anne kapitulieren. Die Anstrengung, die Schmerzen im Knie und die Hitze zollt ihren Tribut. Anne besteigt ein Kamel um den weiteren Aufstieg zu schaffen. Auch ein weiterer Gast besteigt ein Kamel. Leider ist für mich kein Kamel mehr über. Aber egal. Ich steige weiter über Lavafelder den Erta Ale hinauf. Nach 3,5 Stunden merke ich das ich an meine körperliche Granze gekommen bin. Ich stolpere nur noch über die Lavafelder und schleppe mich Meter für Meter den Berg hinauf. Irgendwann geht nichts mehr.

Rüdiger hat sich auf seinem Kamel genug ausgeruht und ich steige auf das Kamel. In der Ferne sehe ich den Schcin des Vulkans. Ich merke das es auf dem Kamel auch nicht so einfach ist den Berg hinaufzukommen. Ständig muss man sich extrem festhalten da der Untergrund sehr uneben ist und das Kamel entsprechend schwankt. Hut ab vor Anne das sie sich auf dem Kamel so gut hält.

Nach 4,5 Stunden erreichen wir den Gipfel. Auf den letzten Metern erwarten uns extrem dichte Schwefelwolken die das atmen zur Tortur werden lassen. Auf dem Gipfel des Erta Ale befinden sich die selben Hütten die wir am Basecamp gesehen haben. Auch der Müll ist der selbe. Wir steigen von den Kamelen und erholen uns erstmal ein wenig. Das atmen fällt durch die Schwefelwolken die teilweise extrem dicht sind sehr schwer. Ich wünsche mir meine Atemmasken die ich leider vergessen hatte.

Erta Ale Besteigung

Nachdem wir uns etwas erholt haben steigen wir den Krater hinab. Anne bleibt im Camp da der Abstieg extrem schwer ist und sie durch den Aufstieg verständlicherweise extreme Schmezen im Knie hat. Ich habe beim Abstieg noch nie etwas so unwirkliches erlebt. Wir laufen über frische Lavafelder die beim Laufen wie Reiswaffeln zerbrechen. Ein lokaler Guide läuft vor damit wir den richtigen Weg finden. Ein falscher Schritt kann hier den Tod bedeuten. Wir laufen bis zum Kraterrand. Leider werde ich enttäuscht. Durch extremen Rauch im Krater kann ich die Kaldera nicht sehen. Ich höre nur das Blubbern der Lava. Ich realisiere das ein falscher Schritt das Ende bedeuten kann. Ich gehe bis 1,5 Meter an den Kraterrand heran. Unser Guide warnt uns noch weiter an den Rand heranzugehen da immer wieder Stücke vom Rand abbrechen.

Ich schieße ein paar Bilder die aber alle nichts werden da ich mit den Gegebenheiten noch nicht vertraut bin.

Wir laufen zurück zum Camp. Im Camp angekommen legen wir uns in unsere Hütte und schlafen innerhalb Sekunden ein. Gegen 03:00 Uhr werden wir von unserem Guide Alex geweckt. Wir laufen nochmal zum Kraterrand um vielleicht noch ein paar Bilder der Kaldera machen zu können. Am Kraterrrand angekommen können wir ab und zu die Lava sehen. Dichte Schwefelwolken machen aber das atmen fast unmöglich. Allerdings reicht es nicht für ein gutes Foto. Ich versuche ein paar Bilder zu schießen . Wir laufen zurück zum Camp .

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In der Zwischenzeit sind die Kamele beladen und der Abstieg kann beginnen. Anne hat zu viel Schmerzen im Knie. Deshalb entscheidet sie sich direkt auf ein Kamel zu steigen. Ich versuche es ohne. Wir starten als die Helligkeit anbricht.

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Schnell steigt die Temperatur auf ca. 38 – 40 Grad. Nach wieder 3,5 Stunden verlassen mich die Kräfte und ich steige auf ein Kamel. Die letzen Stunden haben mich geschafft. Nach 4 Stunden erreichen wir das Base Camp. Ich glaube ich war noch nie so erschöpft als ich das Camp erreichte. Obwohl ich die letzte Stunde auf dem Kamel verbracht habe konnte ich mich nicht erholen.

Erta Ale Besteigung

Unser Koch hat ein geniales Frühstück zubereitet. Wie genießen das Frühstück und treten unseren Weg zurück Richtung Hamedela an. Dort übernachten wir bevor wir unseren Weg nach Dallol antreten.

Abschließend kann ich sagen das eine Erta Ale Besteigung auch für gut trainierte Menschen eine echte Herausforderung ist. Möchten Sie sich auf dieses Abenteuer einlassen ? Hier finden Sie Reisen zum Erta Ale

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